Andere Zeiten, andere Frisuren: Die FSV-Fußballerinnen 1970. Foto: FSV

Waldemar Düse, Hamburg-Süd
Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs sind noch allgegenwärtig, als sich im September 1945 Mitglieder an die Wiedergründung ihrer Vereine machen. Aus der Arbeiter Turnerschaft 1893, dem FC Herta 1909, dem TV Vorwärts Langenbeek-Rönneburg und dem Freien Wassersport Harburg entsteht die FSV Harburg.

Der kurz zuvor ebenfalls beigetretene TSV Neuland und Umgebung macht sich dagegen selbständig. In Rönneburg wird die Kriegsspielgemeinschaft“ Wacker/Roland aufgelöst und der SV Rönneburg wiederbelebt. Eine Wiederbelebung der Arbeitersportbewegung scheitert.

Die FSV findet am in den 1950er-Jahren im im Zuge von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen errichteten Stadion Außenmühle eine neue Heimat. Der SV Rönneburg kämpft noch bis Ende der 1960er-Jahre für die und in der „Steinschlucht“, ehe die Bahn dort ein Schienenschweißwerk errichtet. Der neue Platz „Wilstorfer Höh“ wird am 21. Oktober 1951 eingeweiht.

Die Mannschaften beider Vereine pendeln in den kommenden Jahrzehnten zwischen den unteren drei hamburgischen Staffeln. Ihren größten Erfolg feiern sie am 23. Mai 1982. Vor 3.000 Zuschauern setzt sich die FSV am Rothenbaum in einem Entscheidungsspiel gegen das punktgleiche Altona 93 mit 3:2 durch und steigt in Hamburgs höchste Spielklasse auf.

Unter Trainer und Ex-HSV-Profi Hans-Jürgen „Ditschi“ Ripp sorgen Lothar Gandy, Wolfgang Völckers, Axel Uttke, Manfred Weßeloh, Michael Stejskal, Andreas Theinert, Ronald Jahnke, Horst Stender, Bernd Riedel, Karl-Heinz Nowotny und Fred Piesold für die Sensation. Sie bleibt allerdings ein einjähriges Gastspiel.

Für die größten Erfolge sorgt aber das 1972 von Rolf Haak auf die Beine gestellte und später lange Jahre von Dieter Kirchmann trainierte Frauenteam. 1979, 1980, 1981, 1983, 1984 und 1985 wird die Truppe um Torjägerin und Kapitänin Renate Ebel Hamburger Meister. Im Viertelfinal-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Bayern München säumen am 5. Mai 1980 mehr als 1.500 Zuschauer den Platz an der Winsener Straße. Ein einsamer Rekord.

Nach der Fusion der beiden Klubs 2013 stabilisiert sich die leidgeprüfte Fußball-Abteilung in kleinen Schritten. Derzeit gehen für die FSV Harburg-Rönneburg fünf Männer- und 13 Jugendmannschaften an den Start.

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