Jens Beeskow, Rissen
Die Frage muss erlaubt sein. Kommt der nächste Dan Brown oder Henning Mankell aus den Elbvororten? Ganz so weit ist es noch nicht, aber das Krimi-Debüt von Rob Lampe hat durchaus Eindruck gemacht. Jetzt erschien mit dem Roman „Hamburger Blut“ bereits das zweite Werk des Autors. Und auch das scheint bei Kritikern und Leserschaft gut anzukommen. Doch wer ist dieser Rob Lampe, der sich aufmacht, ein namhafter Krimi-Autor zu werden?

Der neben dem Jenischpark aufgewachsene Lampe war ein ausgesprochen fantasievolles Kind. „Ich hatte schon immer viele Geschichten im Kopf.“ Bereits in der Katholischen Grundschule Maria Grün schrieb er kürzere Kriminalgeschichten. „Damals habe ich aber nie daran gedacht, dass ich damit mal ein bisschen Geld verdienen könnte.“

Auf Wunsch seiner Eltern lernte der gebürtige Hamburger erst mal etwas „Anständiges“, studierte BWL und hatte so nur noch Zeit „für ein paar Liebesgedichte an Mädels“. Beruflich lief und läuft es durchaus erfolgreich: Rob Lampe führte unter anderem eine eigene Werbeagentur, ging als stellvertretender Anzeigenleiter zur „Bild“-Zeitung nach Berlin und anschließend als Marketing-Direktor im Hubert-Burda-Verlag nach München.

Doch das Heimweh zog den heute 48-jährigen Vater von vier Kindern zurück in die Elbvororte, wo er heute selbstständig als Berater und Coach im Bereich Marketing in Rissen lebt und arbeitet.
Neben der beruflichen Karriere erinnerte er sich auch wieder an seine frühere Leidenschaft und machte sich daran, seinen ersten Roman zu schreiben. „Unschuldig Schuldig“ stellte er einigen Verlagen vor, gleich drei interessierten sich für den Stoff. Und der Kriminalroman kam direkt gut an.

So gut, dass der Verlag gleich einen zweiten „bestellte“. „Für einen unbekannten Autor war das toll“, so Lampe. Seit August steht „Hamburger Blut“ in den Buchhandlungen.
Ließ er die Geschichte um Marketingmanager Leon Artles in seinem Erstlingswerk noch in Volksdorf spielen, verlegte er den Schauplatz nun auf die Reeperbahn.

Dort sind Rausschmeißer Rosenfeld und Hotelier Goedeke die Protagonisten. Der Name Goedeke ist von der Hamburger Geschichte inspiriert. „Thematisch hat es zwar nichts damit zu tun, aber ich habe mir das vom Störtebeker-Kumpanen Goedeke Michels entliehen“, sagt Rob Lampe. Als Klammer dient zudem der schillernde Anwalt Bertie, ein echtes Hamburger Original, in beiden Büchern. „Aber man kann das zweite Buch auch lesen, ohne das erste zu kennen“, versichert der Autor.

Krimis zu schreiben hat Lampe nicht gelernt. „Eigentlich habe ich einfach losgeschrieben.“ Dabei habe er zu Beginn seines Buches zwar eine Grundidee von der Handlung, aber im Grunde wisse er oft bis zur Hälfte des Buches noch nicht, wie es letztlich ausgehen soll.

„Die Geschichte entwickelt sich während des Schreibens – das ist das Besondere. Dafür habe ich eine große Tafel an der Wand, auf denen ich alle Charaktere mit separatem Lebenslauf aufgelistet habe, die mit Fäden vernetzt sind. Das ist richtig konzeptionelle Arbeit“, beschreibt Lampe, der für ein Buch etwa ein halbes Jahr braucht.

Seine Storys sind dabei vom Leben inspiriert und frei erfunden. „Ich laufe mit offenen Augen durch die Welt“, so Lampe, der Fotografie, zeitgenössische Kunst und mediterrane Küche liebt. „Die Schanze oder der Kiez sind schon genug Inspiration.“
Noch kann er nicht ausschließlich vom Schreiben leben, gibt Rob Lampe zu. Auch verspürt er keinen Druck, das dritte und vierte Buch abliefern zu müssen.

„Ich mache das, weil es mit viel Spaß macht. Ich möchte, dass die Leute meine Bücher lesen und dabei eine schöne Zeit haben.“ Dennoch hat sich der Autor klare Ziele gesetzt: „Es wäre toll, wenn ich in naher Zukunft allein vom Schreiben leben könnte. Und dann könnte ich mir vorstellen, dass auch mal eine Geschichte verfilmt wird.“ Und da wären sie wieder, die Parallelen zu den Kollegen Dan Brown und Henning Mankell.

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