Kindergruppe
Keine Chance für die Kindergruppe
warten
Warten auf den Bus: „Schienen-Ersatz-Verkehr“

Freitag, 10. August 2018, 10 Uhr. Seit 10 Tagen fährt keine S-Bahn zwischen Wilhelmsburg und Rathaus Harburg. Der „Schienenersatzverkehr“ mit den langen Bussen müsste sich eingespielt haben.

In der S-Bahn nach Wilhelmsburg eine Gruppe von ca. 15 Kindern, vielleicht 1. oder 2. Schulklasse, mit einer Begleiterin, entspannte Atmosphäre, die Kinder haben sogar Sitzplätze.

Mit den Massen aus dem Zug steigen die Kinder aus, warten auf den Bus, der sie nach Harburg bringen soll. Nach sieben Minuten kommt der mit „S3 Harburg“ beschilderte VHH-Bus, hält ganz vorne an der langen Haltestellt. Die Erwachsenen sind schnell beim Bus, die Kinder mit ihrer Begleiterin – die Kinder halten sich an den Händen – versuchen einzusteigen, erst hinten – keine Chance; dann in der Mitte – keine Chance. Die Begleiterin erkundet die Möglichkeit vorne beim Fahrer – gibt auf, die Kindergruppe bleibt draußen. Erst in 10 Minuten wird der nächste Bus kommen und ob dann die 15 Kinder in den Bus gelangen könnten, ist unwahrscheinlich – denn schon jetzt drängeln sich die Menschen an der Haltestelle, die nicht mehr in diesen Bus hinein passten.

Glück im Unglück: ein Linienbus 154 kommt nach ein paar Minuten. Auch er fährt nach Harburg, auch wenn er mit den vielen Haltestellen  viel länger braucht. Die Begleiterin entscheidet ihn zu benutzen.

Gelenkbusplätze
32 Sitzplätze im VHH-Gelenkbus

Eine S-Bahn mit sechs Wagen hat rund 400 Sitzplätze, ersetzt wird sie an diesem Morgen durch einen VHH-Gelenkbus mit 32 Sitzplätzen; am Freitag-Nachmittag werden es dann zwei Busse innerhalb von 10 Minuten sein, also zusammen 64 Sitzplätze – und 200 Stehplätze. Voll gestopft fahren die Busse über die Autobahn und durch die kurvigen Umleitungen in Harburg. Die Fahrer versuchen dennoch, halbwegs sanft zu lenken und zu bremsen.

Heike Sudmann hat 2017, als sich die vielen Sperrzeiten bei der S3/31 abzeichneten. nach dem Konzept für den Schienenersatzverkehr nachgefragt. Die Antworten des Senats stehen in der Bürgerschafts.Drucksache 21/7831 vom 10.2.2017:

  1. Bei der Planung geht man davon aus, dass viele dem SEV ausweichen:
    „Die Erfahrung hat gezeigt, dass generell bei der Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs die Fahrgastzahlen um etwa 10 Prozent zurückgehen“.
  2. Die Platzkapazität ist von vornherein geringer als die Sitzplätze in der S-Bahn: „Die Platzkapazität des Ersatzverkehres bemisst sich nicht nach der Sitzplatzkapazität des S-Bahn-Verkehrs im Regelbetrieb, sondern an der Nachfrage. Ein Gelenkbus mit circa 50 – 60 Sitz- und 70 – 90 Stehplätzen ersetzt einen S-Bahn-Zug mit circa 100 Fahrgästen„.
    Tatsächlich sind die  S-Bahnen nach Wilhelmsburg, Harburg, Buxtehude und Stade in den meisten Zeiten rappelvoll. Und es sind bei den derzeit eingesetzten VHH-Bussen gerade mal 32 Sitzplätze.
  3. Für Rollstuhlfahrer gäbe es Extra-Angebote, die man über die Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen erfahren würde.
  4. Und für Menschen mit Kindern, Kinderwagen, Rollatoren, gehbehinderte oder ältere Menschen, die sich nicht dem Eingequetschsein aussetzen können?

    „Der  Transport der anderen Personengruppen stellt kein Problem dar, da in der Regel Niederflurbusse einsetzt werden.“

  5. Und Menschen mit Fahrrädern?
    Für Fahrgäste mit Fahrrädern wird kein gesondertes  Angebot gemacht, da diese die Möglichkeit haben, die Regionalbahnen zwischen  Harburg und Hamburg Hauptbahnhof zu nutzen„.
    Das heißt bei der Fahrt von Wilhelmsburg nach Harburg: S-Bahn von Wilhelmsburg zum Hauptbahnhof (wenn Platz ist), dann Metronom vom Hauptbahnhof nach Harburg (wenn Platz ist). Und dafür dann den Fahrradpreis von 3,50 Euro zahlen. Der gilt dann sogar für die Rückfahrt

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