Blick in Richtung Süden: Unfreiwillige Verkehrsberuhigung in der Harkortstraße – hier der Lieferverkehr der Holsten-Brauerei. Foto: ms

Mateo Schneider, Altona
In der Harkortstraße rumort es. Nicht nur von den Baustellen, auf denen die 1.600 Wohnungen des ersten Bauabschnitts der Neuen Mitte Altona fertiggestellt werden. Seit Kurzem rumort es besonders bei den Menschen, die bereits in ihre Wohnungen an der zukünftigen zentralen Achse zwischen der neuen Mitte und dem zukünftigen Holsten-Quartier eingezogen sind oder sie in Kürze beziehen werden.
Baustellenverkehr, Lieferverkehr der Holsten-Brauerei, Verlagerungsverkehr auf das neue Betriebsgelände in Hausbruch und Ausweichverkehr nach Inkrafttreten des Dieselfahrverbotes für Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee – all das hat sich zu einer Situation verdichtet, die viele Anwohner so nicht mehr hinnehmen wollen.
Den Anfang machte das für eine integrative Stadtplanung eintretende Forum „Eine Mitte für Alle“. Es kritisierte die bisher bekannt gewordenen Verkehrsplanungen der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. (das Elbe Wochenblatt berichtete). Besonderer Kritikpunkt: Es sei keine „einheitliche Gesamtstruktur erkennbar.“ Abschnittsweise und unterschiedliche Regelungen „scheinen den inklusiven Anforderungen nicht ausreichend zu entsprechen.“
Unter dem Motto „Harkortstraße beruhigen“ formierte sich kurz darauf eine erste spontane Demonstration von Anwohnern, während der symbolische Zebrastreifen und Tempo-30-Schilder auf die Fahrbahn gemalt wurden.
Mittlerweile haben sich die Bezirksfraktionen von SPD, Grünen und CDU in einem gemeinsamen Antrag wesentliche Forderungen der Anwohner zu eigen gemacht: Tempo 30 auf der gesamten Länge der Har-kortstraße, eine lückenlose barrierefreie Umgestaltung und die Anlage von Radfahrstreifen nicht nur im nördlichen, sondern auch im zentralen Bereich der Straße. Allerdings gibt es auch Forderungen nach Anlage von Fahrradstreifen auf der gesamten Straßenlänge. Dazu müsste, so die Anwohner, der Straßenraum allerdings nicht mehr aus der Perspektive hinter der Windschutzscheibe geplant werden.
Manchmal kommt es ungeplant zu einer vorübergehenden, unfreiwilligen Verkehrsberuhigung: Wenn sich alle Verkehrsteilnehmer dermaßen ineinander verkeilt haben, dass für eine kurze Zeit von „Mobilität“ keine Rede mehr sein kann.

1 KOMMENTAR

  1. Die neuen BewohnerInnen des als autoarm,familienfreundlich und inklusiv beworbenen Quartiers fordern Tempo 30 vor ihrer Tür – während sie gleichzeitig die Wohnstrassen des Gerichtsviertels zu Durchgangsstrassen umdeuten. Wo bis zum letzten Jahr ein rücksichtsvolles Miteinander aller VerkehrsteilnehmerInnen praktiziert wurde ( bei erlaubtem Tempo 50 für die Autos),rasen nun Autos mit erhöhtem Tempo durch die Bodenstedtstrasse, die Schnellstrasse und um die unübersichtlichen engen Kurven des Viertels.Der zeitliche Zusammenhang mit dem beginnenden Bezug der Neuen Mitte ist dabei recht deutlich.
    Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass die Zufahrtstrasse zu einem neuen Wohnviertel so geplant wird, dass sich alle Menschen dort gefahrlos bewegen können. Scheinbar brauchen viele AutofahrerInnen dafür Tempolimit-Schilder.
    Es ist allerdings auch möglich,bis dahin einfach schonmal den Fuss vom Gas zu nehmen um niemanden zu gefährden..
    Tempo 30 selber machen !
    Denn der Verkehr sind wir alle!

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