Die ausgesetzte Hündin konnte aufgrund ihrer schweren Erkrankung nur noch eingeschläfert werden. Foto: HTV

VEDDEL. Der Hamburger Tierschutzverein (HTV) konnte einen besonders grausamen Fall von Tierquälerei aufklären: In einem Gebüsch an der Straße Am Gleise 1-3 war eine Mischlingshündin mit einem kindskopfgroßen, bereits aufgeplatzten Tumor an der Bauchseite ausgesetzt worden. Ein Passant entdeckte am 22. Juli eine braun-schwarz gestromte Mischlingshündin, die in einem grauen Hundebett in einem Grünstreifen unweit der Bahngleise ausgesetzt worden war. Neben dem Hundebett lag eine weiße Bettdecke.
Nach Hinweisen aus der Bevölkerung hat der Tierschutzverein, der zuvor eine Öffentlichkeitskampagne gestartet hatte, die Halterin ermittelt. Gegenüber dem HTV gab die Frau zu, für die schwere Vernachlässigung der Hündin verantwortlich zu sein und die Aussetzung begrüßt zu haben.
Als der Tierschutzverein die Hündin vor fast drei Wochen in Obhut genommen hatte, befand sie sich in einem extrem schlechten Gesundheitszustand: Die Hündin war abgemagert und konnte sich weder hinlegen noch stehen. Die circa elfjährige Hündin muss nach Meinung des HTV-Tierarztes mindestens über ein halbes Jahr unter erheblichen Schmerzen gelitten haben. Ein operativer Eingriff war aufgrund des kritischen Zustands des Tieres nicht mehr möglich, sodass die Hündin eingeschläfert wurde.

Das grausame Schicksal der Hündin rührte viele Menschen. „Wir sind froh über die vielen konkreten Hinweise aus der Bevölkerung, die letztlich zur Ermittlung der Tierhalterin geführt haben“, sagt Sandra Gulla, erste Vorsitzende vom HTV. „Was wir aber gar nicht verstehen können, ist, dass zahlreiche Nachbarinnen und Nachbarn seit Monaten von der schweren Erkrankung der Hündin wussten und uns oder die zuständigen Behörden nicht informiert haben.“ Der HTV appelliert deswegen an alle Hamburger, bei Tierschutzverstößen nicht wegzusehen, sondern den HTV, das Veterinäramt des Bezirks oder die Polizei zu informieren. Sandra Gulla: „Hätte jemand frühzeitig Courage bewiesen und auf die schwer leidende Hündin aufmerksam gemacht, hätte man sie vielleicht retten, jedenfalls ihr unermessliches Leid ersparen können.“
Ausgesetzt wurde die kranke Hündin offenbar von drei Bekannten der Tierhalterin mit deren Zustimmung. Nähere Angaben zu diesen Personen wollte die Frau bisher nicht machen. EW

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here