Warum keine Kurzstrecke? Kesbana Klein von der SPD fordert günstigere HVV-Tickets. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg
1,60 Euro kostet eine Fahrt mit der Metrobusline 13, wenn man vom S-Bahnhof Veddel ins Wilhelmsburger Zentrum gelangen möchte. 2,20 Euro hingegen muss der HVV-Kunde berappen, der von der anderen Seite – von Kirchdorf-Süd aus – den Inselpark ansteuert. Eine Differenz von 60 Cent: Das klingt erstmal nach nicht viel, doch Kesbana Klein, SPD-Bezirksabgeordnete aus Wilhelmsburg, findet das trotzdem ungerecht: „Kirchdorf-Süd ist ein bevölkerungsreicher Stadtteil mit rund 6.400 Einwohnern“, sagt sie. „Viele der Bewohner dort sind schon älter oder leben von Hartz-IV und können sich eine teurere Busfahrkarte nicht leisten.“
Vom Hamburger Verkehrsverbund (HVV) fordert die SPD daher, die aktuelle Zahlgrenze vom S-Bahnhof Wilhelmsburg nach Kirchdorf zu verlegen. „Dann könnten alle mit einer Kurzstreckenkarte auskommen“, so Klein.

Die Zahlgrenze am
Bahnhof ist das Problem

Hintergrund: Aktuell ist das Tarifsystem des HVV für Einzelfahrten in drei Kategorien gestaffelt. Die Kurzstrecke kostet 1,60 Euro, der Nahbereich 2,20 Euro und der Gesamtbereich 3,30 Euro. Ungünstig für die Kirchdorfer wirkt sich in diesem Fall die HVV-Zahlgrenze am Wilhelmsburger Bahnhof aus: Obwohl bis zum Inselpark – wo sich mit Supermärkten, Arztpraxen, dem Bürgerhaus und dem Rathaus samt Kundenzentrum die meisten Einrichtungen des öffentlichen Lebens befinden – lediglich sechs Haltestellen zurückzulegen sind, müssen 2,20 Euro entrichtet werden. Wer auf der anderen Seite wohnt, hat es besser: Vom S-Bahnhof Veddel bis zum Inselpark sind es sage und schreibe zwölf Haltestellen. Die Strecke ist mit 5,7 Kilometern mehr als doppelt so lang wie die Kirchdorf-Route, sie mit dem Bus zurückzulegen kostet aber nur 1,60 Euro.

Ändern will der HVV daran aber nichts: „Eine Verschiebung der Zahlgrenze von S-Wilhelmsburg nach Kirchdorf-Süd auf der Buslinie 13 wird es leider nicht geben“, erklärt HVV-Pressesprecherin Silke Seibel. „Denn dies käme faktisch einer Zahlgrenzaufhebung auf der Linie 13 gleich, die dann auch für die parallel verkehrende Linie 152 gelten müsste und dort zu Verteuerungen für Fahrten zwischen Wilhelmsburg und Harburg führen würde.“ Allerdings kann sich das Verkehrsunternehmen vorstellen, die beiden Haltestellen Wilhelmsburg und Inselpark zu einer Zahlgrenze zusammenzufassen. „Wir werden das prüfen“, so Seibel.

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