Warten auf den Bus (Symbolfoto) macht keinen Spaß. Foto: panthermedia

M. Greulich, Osdorf
Niemand soll sagen, dass die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) es nicht digital können. Das Unternehmen informiert seine Fahrgäste über den Kurznachrichtendienst Twitter, hat das per App buchbare Elektroshuttle ioki eingerichtet und zeigt die Wartezeit an der Haltestelle digital in Echtzeit an. Am Freitag, 27. Juli, um 11 Uhr fühlten sich Fahrgäste, die stadtauswärts am Elbe-Einkaufszentrum (EEZ) auf den Bus der Linie 1 warteten, dennoch uninformiert wie DDR-Bürger ohne Westfernsehen bis Ende 1989.
Zurückgekehrt aus dem „Tal der Ahnungslosen“ meldete sich ein Elbe Wochenblatt-Leser telefonisch in der Redaktion. „Eine Zumutung“, fasst unser Leser (89) zusammen. Er hatte von niemandem in Erfahrung bringen können, wann ihn das nächste Gefährt zum Holtbarg bringen könnte. Keine Hilfe war die digitale Anzeige, die wegen der Bauarbeiten an der Osdorfer Landstraße außer Betrieb war. Die Wartenden sahen, wie zwei Busse der Linie 1 ausfielen, aber keiner der Fahrer anderer Linien konnte oder wollte in der Zentrale anrufen, um die nächste Abfahrzeit zu erfragen. Unter der Nummer des VHH-Servicetelefons war kein Mitarbeiter zu erreichen. Die größer werdende Gruppe, die bis zu 45 Minuten an der Bushaltestelle in der prallen Mittagssonne wartete, war mit ihren Nerven am Ende.

Meldung per Twitter
erreichte Fahrgäste nicht

VHH-Sprecherin Anja Giercke rekonstruiert, was da schiefgelaufen ist. Am Botterbarg war ein Baum umgestürzt, den die Feuerwehr von der Fahrbahn entfernte. Währenddessen mussten mehrere Busse auf der Linie 1 eine Umleitung fahren. „Wir entschuldigen uns, dass es bei den wartenden Fahrgästen zu Unannehmlichkeiten gekommen ist.“
Und warum ging niemand ans VHH-Servicetelefon? Die Kundenbetreuer „waren alle im Gespräch, sodass einzelne Telefonate aus Kapazitätsgründen nicht angenommen werden konnten“, so Giercke.
Da die digitale Anzeige außer Betrieb war, „haben wir unsere Kunden über Twitter über die Verkehrslage informiert. Wir vermuten, dass die Information die vor Ort wartenden Fahrgäste aber nicht erreicht hat“, so Giercke. Wie richtig die VHH-Sprecherin mit dieser Annahme liegt, kann ihr unser Leser bestätigen. Er hofft, dass es die VHH bei solchen Ausnahmesituationen in Zukunft auch mit einem analogen Plan B können.

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