Im Harburger Kerngebiet wird in den nächsten Jahren keine zusätzliche Schwimmhalle gebaut. Umweltbehörde und Bäderland Hamburg sehen dafür keinen Bedarf. Damit ist die Initiative um Juliane Eisele, die das erfolgreiche Bürgerbegehren „Yes, We Swim“ auf den Weg gebracht hatte, erst einmal gescheitert.
Hintergrund: Längst nicht alle Kinder im Vorschul- und Grundschulalter können richtig schwimmen. Juliane Eisele: „Das liegt an dem mangelnden Angebot an geeigneten Schwimmhallen und ist ein nicht haltbarer Zustand.“
Das Freizeit- und Erholungsbad MidSommerland ist nach Einschätzung der Initiative zum Schwimmenlernen ungeeignet. Es fehlen unter anderem eine 25-Meter-Bahn und ein Sprungturm. Umliegende Bäder seien schwer erreichbar, überlastet und/oder nicht ausreichend ausgestattet. Deshalb brauche Harburg dringend eine richtige Schwimmhalle.
„Es gibt in Harburg keine ungewöhnlich hohen Nichtschwimmerquoten“, entgegnet Bäderland Hamburg-Sprecher Michael Dietel. Nach Einschätzung von Bäderland ist der Hamburger Süden mit dem Hallenbad Süderelbe, der gut per S-Bahn erreichbaren Schwimmhalle Inselpark in Wilhelmsburg und dem MidSommerland ausreichend mit Schwimmbädern versorgt.
Aber kann man im MidSommerland wirklich Schwimmen lernen? „Ja“, sagt Michael Dietel. „Die Becken sind entsprechend lang und tief.“ Nach dem Modell der Pinguin-Schwimmschule werde den Kindern fachkundig das Schwimmen beigebracht.
Im von der DLRG verliehenen Jugendschwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer) – das an vielen Stellen als Nachweis vorhandener Schwimmkenntnisse benötigt wird – werden neben mindestens 200 Meter Schwimmen in 15 Minuten auch Tieftauchen mit Heraufholen eines Gegenstands sowie ein Sprung aus einem Meter Höhe gefordert. Das ist im MidSommerland nicht möglich.
Nach Ansicht des Bäderland-Sprechers kein Problem, denn „nach den neuesten Empfehlungungen der Kultusministerkonferenz sind für sicheres Schwimmen weder ein Sprung aus großer Höhe und noch Tieftauchen erforderlich.“ MidSommerland-Schwimmschüler könnten den Sprung und das Tauchen auf Wunsch aber jederzeit in der Inselpark–Schwimmhalle kostenfrei nachholen. Zumindest alle Schüler müssen dies auch tun. Die Schulbehörde verlangt das Bronze-Abzeichen als Nachweis ausreichender Schwimmkenntnisse.
Die Aktivisten von „Yes, We Swim“ wollen sich weiter für den Bau einer zusätzlichen Schwimmhalle in Harburg engagieren. Sie überlegen jetzt, ein hamburgweites Volksbegehren zu starten.

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