Die Zahl der Straßenbäume in Hamburg nimmt weiter ab. Nach wie vor werden mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt. Nach Angaben der Umweltbehörde wurde dieses Defizit in den vergangenen Jahren aber immer geringer. 2017 hätte es bei 148 Bäumen gelegen – doch die Herbststürme Herwat und Xavier zerstörten zusätzlich 620 Straßenbäume.
Laut Baumkataster der Umweltbehörde gibt es in Hamburg rund 224.000 Straßenbäume. Seriöse Schätzungen über die Zahl der Bäume in Parks und Wäldern sowie auf privaten Flächen liegen nicht vor.
Knapp die Hälfte aller Straßenbäume ist älter als 40 Jahre. Gut 11.060 davon sind über einhundert Jahre alt, darunter sind 5.500 Eichen und mehr als 3.000 Linden.
An Hamburgs Straßen wachsen mehr als 300 verschiedene Baumarten. Hamburgs ältester Baum steht in Harburg, am Neulander Elbdeich. Die 850 Jahre alte Eibe stammt wahrscheinlich aus der Zeit der ers-ten Eindeichung im zwölften Jahrhundert. Mittlerweile wird der Baum durch ein Stahlgerüst stabilisiert.
Die beiden ältesten dokumentierten Straßenbäume stehen am Albertiweg in Altona und in Harburg an der Cuxhavener Straße. Die beiden Stieleichen stammen aus dem Jahr 1720. Die Harburger Eiche kommt auf einen Umfang von 2,6 Metern und eine Krone von 13 Metern.
Der drittälteste Straßenbaum ist ebenfalls eine Stieleiche aus Harburg. Der 1740 gepflanzte Baum im Stremelweg erreicht einen Stammumfang von 3,82 Metern, seine Krone hat einen Durchmesser von 22 Metern.
„Je älter die Bäume sind, desto positiver wirken sie auf das Mikroklima in der Stadt ein. Faktoren sind zum Beispiel die Zusammensetzung der Luft, der Feuchtigkeit und Temperatur“, heißt es in einer Mitteilung derBehörde.
In Hamburg soll jetzt der Schutz alter Bäume verbessert werden. Umweltsenator Jens Kerstan: „Es geht darum, alle Beteiligten an Bauprojekten für die Bedeutung und den schützenswerten Status insbesondere älterer Straßenbäume zu sensibilisieren und Schutzauflagen zu erhöhen.“

Multitalent Baum

Ein ausgewachsener Laubbaum mit einem Standraum von 100 m² bindet mehr Staub und regeneriert mehr Luft als 20.000 m² Wiesenfläche. Am Ende des Sommers sind zum Beispiel die klebrigen Blätter eines Lindenbaums im verkehrsdichten Raum schwarz, da an ihnen der Schmutz aus der Luft haften bleibt.
Ist das Blätterdach voll erblüht produziert ein großer Baum rund 10 kg Sauerstoff an einem Sommertag, in dem er das Kohlendioxid aus der Luft umwandelt. Bäume sind auch wichtig für die Böden und deren Wasseraufnahmekapazität – ein wichtiger Aspekt in Zeiten extremer Niederschläge. Quelle: Nabu

Baumfällsaison

Der Nabu Hamburg hat die Angaben zu den Baumfällungen in den sieben Bezirken ausgewertet. „Der Trend der vergangen Jahre setzt sich fort, dass an Hamburgs Straßen immer weniger Bäume stehen. In den letzten Jahren wurden pro Saison um die Tausend Bäume gefällt, in diesem Jahr sind es mit 946 ähnlich viele“, heißt es in einer Nabu-Mitteilung. „Rund zwei Drittel der Fällungen betreffen ältere Straßenbäume“. Die Nabu-Auswertung nach Bezirken:

Altona:
224 Fällungen
126 Nachpflanzungen

Bergedorf
140 Fällungen
92 Nachpflanzungen

Eimsbüttel
130 Fällungen
47 Nachpflanzungen

Harburg
103 Fällungen
51 Nachpflanzungen

Mitte
187 Fällungen
174 Nachpflanzungen

Nord
58 Fällungen
58 Nachpflanzungen

Wandsbek
124 Fällungen
85 Nachpflanzungen

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