In London werden die Taxen „Black Cabs“ genannt, die elektrische Variante ist weiß. Foto: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Köhler

Horst Baumann, Osdorf
Im „Elbe Kino“ lief abends „Die Wunderübung“, doch bereits bei der Vorstellung des ioki-Angebots dürfte sich mancher die Augen gerieben haben. In Osdorf und Lurup testet die Deutsche Bahn ein neues Angebot, bei dem die Nutzer einer App von einem Elektroauto abgeholt und zur gewünschten Bushaltestelle oder den S-Bahnhöfen Elbgaustraße, Hochkamp oder Klein Flottbek gebracht werden.

Die Fahrzeuge sehen aus wie ein englisches Taxi, tatsächlich stammt es vom britischen Herstellers LEVC. Das elektrisch betriebene Auto bietet sechs Sitzplätze, auch Rollstühle und Kinderwagen finden darin Platz. Die App registriert die Wünsche der Fahrgäste im Osdorfer und Luruper Testgebiet. Wohnen Nutzer auf derselben Strecke, bilden sie eine Fahrgemeinschaft. Das Angebot kostet soviel wie die entsprechende HVV-Fahrkarte.
„Dank der Einbindung in den HVV-Tarif wird grundsätzlich jeder angesprochen, der kostengünstig, flexibel und bequem von A nach B kommen möchte: Familien, Studenten, Pendler, Senioren“, sagte Jan Görnemann von den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein, (VHH), der die Autoflotte betreibt.

„Mehr Mobilität mit weniger Verkehr“, DB-Vorstand Huber

Ziel ist es, möglichst viele Fahrtanfragen zu bündeln, um Strecken und Fahrzeuge optimal auszulasten. Das Angebot ist vergangenen Mittwoch, 18. Juli, mit einer relativ kleinen Flotte gestartet. Zunächst fahren die Elektrotaxen von Montag bis Freitag zwischen vier Uhr morgens und ein Uhr nachts, ab Mittwoch, 8. August, dann täglich rund um die Uhr. Im Gebiet wurden in Abständen von nicht mehr als 200 Metern zusätzliche ioki-Haltepunkte eingerichtet.

Das ioki-Angebot ist Teil einer ehrgeizigen Strategie der Bahn, die auf dem Gebiet der Mobilität in der Zukunft das Feld nicht Giganten wie Uber oder Google kampflos überlassen möchte. „Mehr Mobilität mit weniger Verkehr: Das wollen wir mit unserem neuen Angebot ermöglichen. So wird die Fahrt mit dem eigenen Auto überflüssig“, so Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr.

Dass ioki in Osdorf und Lurup starte, sei das Ergebnis ausgeklügelter Datenauswertung, „Mobility Analytics“. So wurde im Vorfeld der größte Bedarf ermittelt. Der Senat spricht in seiner Überschrift zur Pressemitteilung vom „Lückenschluss im Hamburger Westen“. Wer einmal mit dem Bus von der Elbgaustraße in Richtung Osdorfer Born gefahren ist, kann das sehr gut nachvollziehen.

https://vhhbus.de/ioki-hamburg/

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here