Von Wolfgang Wittenburg.

20 Jahre lang war Thomas Grübler (65) Schulleiter der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg (STS FiFa). Jetzt ist er in den Ruhestand gegangen. Zu seiner Verabschiedung kam sogar Schulsenator Ties Rabe nach Fischbek. Das Elbe Wochenblatt traf sich mit dem Pädagogen zum Gespräch.

Ist Lehrer ein Traumberuf? „Für mich eindeutig ja! Es ist ein sehr verantwortlicher Beruf, und wenn man Lust hat, mit Menschen umzugehen und Schüler als positiv neugierig und bildungshungrig versteht, ist es als Lehrer immer eine spannende Herausforderung, Bildung zu vermitteln.“

Ist die Position des Schulleiters „nur schön“? „Ich weiß nicht, warum es in Hamburg heute schwer ist, Nachwuchs dafür zu finden – meine Nachfolge eingeschlossen. Als man mich gefragt hat, habe ich nicht überlegt, sondern für mich die Chance gesehen, als Impulsgeber im Spannungsfeld politischer, dienstlicher und gesetzlicher Vorgaben. Nur schön ist die Aufgabe nicht, die politischen und dienstlichen Vorgaben schränken die pädagogischen Vorstellungen schon deutlich ein.“

Wie beurteilen Sie den Stand der STS FiFa heute? „Unsere Schule ist zukunftsfähig, bestens aufgestellt und bietet attraktive Angebote. Ich sehe meine Mission als erfüllt an, was nicht heißt, dass es noch große Aufgaben gibt. Es ist eine gesellschaftlich-politische Herausforderung fürs Leben zu lehren und in einer unruhigen Welt Utopien zu entwickeln, um beispielsweise friedlich miteinander Bildung zu erfahren.
Mein Motto war und ist: Bildung öffnet Menschen Möglichkeiten!“

Was kommt in Zukunft? „Das ganz große Thema heißt Inklusion, und wir müssen die mit der Heterogenität der Schüler vereint bekommen. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, müssen auch die Kollegen immer weiter qualifiziert werden.“

Gehen Sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge? „Ich gehe mit zwei lachenden Augen! Das eine lacht, weil die STS FiFa bestens aufgestellt ist. Anders als bei mir früher, sind wir von der Beschulung zum selbstverantworteten Lernen gekommen. Der einzelne Schüler steht im Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns. Mein zweites Auge lacht, weil ich mich in Zukunft mehr Reisen, Lesen, Theater und Kino widmen kann.“

Und was kommt jetzt? „Abgesehen davon, dass mich mein Nachfolger bei Bedarf jederzeit anrufen kann, möchte ich mich ehrenamtlich im sozialen Bereich einbringen, aber definitiv nicht im schulischen.
Als Kind hatte ich Geigen-Unterricht, obwohl ich viel lieber Klavier gespielt hätte. Genau das tue ich jetzt und ich möchte so gut spielen können, dass ich meiner Familie ein kleines Piano-Konzert bieten kann.“

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