Die Vorsitzende des Imkervereins Hamburg-Altona, Edda Gebel, kam über die Bienen in Klein Flottbek zur Hobby-Imkerei. Foto: jve

Julia Vellguth, Klein Flottbek
Wenn es im Garten angenehm summt, herb duftet und in der Luft geschäftiges Treiben herrscht, dann fühlt sich Edda Gebel wohl. Die 56-Jährige versorgt acht Bienenvölker gemeinsam mit ihrem Mann. Sie ist Vorsitzende des Imkervereins Hamburg-Altona, dem rund 190 Mitglieder überwiegend aus dem Hamburger Westen angehören.
In Hamburg erlebt die Imkerei seit einigen Jahren einen enormen Aufschwung, so auch im Westen. „Pro Jahr haben wir acht bis zehn neue Mitglieder“, weiß Edda Gebel, die vor sieben Jahren in das Hobby einstieg. Bei einem Imkerkurs und einem Imkerabend am Zentrum für Schulbiologie und Umwelterziehung (ZSU) am Hemmingstedter Weg, wo auch das Bienenhaus des Vereins steht, war sie sofort begeistert. Sie trat dem Imkerverein bei und schaffte sich ihre ersten Bienenvölker an.

Acht Wochen lang zweimal täglich Honig rühren

Vom Arbeitsaufkommen beim Imkern seien die meisten Neumitglieder überrascht, meint Edda Gebel, auch sie habe das nicht so erwartet. „Man kann von Anfang April bis Ende Oktober nie länger als zwei Wochen in den Urlaub fahren“, erklärt die Imkerin – in der Schwarm- und Erntezeit gar nicht. Und seine Bienenvölker vertraue man niemandem zum Einhüten an. Seit Mitte Juni ist die Sommertracht, der Honig, der während der Sommermonate von den Bienen zusammengetragen wird, an der Reihe. Dann heißt es acht Wochen lang zweimal täglich fünf Minuten Honig rühren. „Das erfordert extreme Disziplin“, so Gebel.
Der Vereinsvorstand hält jedes Mitglied dazu an, einen Imkerkurs zu belegen. „Es ist unmöglich, ohne Kurs seriöse Imkerei zu betreiben“, meint Edda Gebel. Die meisten Einsteiger wollen etwas für die Umwelt tun – für viele sei das vielzitierte Bienensterben der Aufhänger. Doch sie rät zur Vorsicht: Von einem Bienensterben könne bei der Honigbiene keine Rede sein, die Bestände gingen in Deutschland seit zehn Jahren kontinuierlich nach oben. „Wenn es ein Bienensterben gäbe, könnte man als einzelner nichts dagegen tun, auch nicht mit 30 Völkern. Es gibt aber ein Völkersterben, und die Ursache ist der Imker.“ Gründe seien Varroa-Milbenbefall oder ein Verhungern bei langen Wintern.
Bedroht sei hingegen die Wildbiene. „Während man Honigbienen überall halten kann, brauchen Wildbienen besondere Umstände“, weiß die Imkervorsitzende. „Eines von beiden fehlt immer: Nahrung oder die Lebensräume.“ Edda Gebel rät auch den Hobby-Imkern, sich zum Bienensterben gut zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Sie meint: „Das Thema ist stark ideologisch aufgeheizt.“
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