Anzeige


Die grauen Tage sind für den Computer, sagt Rasmus Helt. Und weil in Hamburg an trübem Nieselwetter kein Mangel herrscht, findet sich der 45-Jährige, der auf der Veddel zuhause ist, recht häufig vor dem Bildschirm wieder: Rasmus Ph. Helt – die Abkürzung steht für seinen Zweitnamen „Philipp“ – gilt als einer der fleißigsten Leserbriefschreiber der Hansestadt, wenn nicht gar Deutschlands.
Bis zu 20 Beiträge wöchentlich schickt er an regionale und überregionale Zeitungen. Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, die „taz“ – auch das Wochenblatt veröffentlichte kürzlich einige Zeilen von ihm. Etwa die Hälfte seiner Leserbriefe werde abgedruckt. Zu Recht: Rasmus Helt hat zu fast allen Themen eine fundierte Meinung und kann sich kurz und prägnant ausdrücken. Kein überflüssiges Wort, keine Zeile zuviel: „Ich erspare den Redakteuren Arbeit“, sagt er.
Warum macht er das? Fast immer stellen ihm die Leute diese Frage gleich als erstes. „Klar, das ist berechtigt“, sagt Rasmus und denkt nach. „Man könnte vielleicht sagen: Wegen des Spaßes am Argumentieren. Wenn man so will: Wegen der Teilhabe, wegen der Möglichkeit, vielleicht etwas verändern zu können.“

Ich erspare
den
Redakteuren
Arbeit
Rasmus Ph. Helt,
Veddel

Es gibt kaum ein Thema, über das man mit ihm nicht diskutieren könnte. Die Groko? „Ich bin skeptisch“, meint er. „In der Rolle kann die SPD doch nur verlieren.“ Der geplante „Elbtower“? „Ein reines Prestigeprojekt!“ Die Zukunft des Internets? „Findet nur noch auf dem Smartphone statt“, sagt er und verweist auf Länder wie China und Korea. „So wird es bei uns in 20 Jahren auch aussehen. Keiner erstellt noch Webseiten für den großen Bildschirm.“
Wer so offensiv seine Meinung vertritt, hat meist schon früh damit begonnen: Bei Rasmus Helt – der Vater Däne, die Mutter Deutsche – wurde damals gerne am Esstisch diskutiert. Aufgewachsen ist er in Quickborn, als Student für Geschichte (Nebenfächer Politik und Volkswirtschaft) kam er auf die Veddel – nicht zuletzt, weil man dort gut und günstig leben konnte. Jetzt hat er seine Prüfung zum Magister gemacht. Und weil dieser Abschluss schon längst nicht mehr angeboten wird, ahnt der Kundige, dass das Studium wohl ein paar Jährchen mehr als üblich gedauert hat. Macht nichts: Rasmus Helt steht seit langem fest im Berufsleben, er arbeitet im E-Commerce eines Sportversandhandels.
Ende der 90er Jahre hat Rasmus mit dem Schreiben von Leserbriefen begonnen. Wer seinen Namen bei der Datenbank Genios eingibt, erntet rund 5.300 Treffer. Wenn er nicht mit Lesen oder Schreiben beschäftigt ist, geht er Fußball spielen oder joggt um die Alster. Neu orientieren wird er sich nach seinem Uniabschluss nicht: „Ich finde es schon sehr gut, dass mich meine Eltern und meine Freunde nicht mehr fragen können, wann ich endlich fertig bin“, sagt er.

1 KOMMENTAR

  1. Sehr geehrter Herr Helt,
    Ihren Kommentar zu „AfD nicht glaubhaft“ habe ich im Münchner Merkur vom 24.03.2020 gelesen.
    Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich respektiere Ihre „Meinung“ zur AfD.
    Ich habe hierzu jedoch folgende Meinung:
    Die AfD ist zur Zeit die einzige politische Partei in den Parlamenten, die eine deutliche Sprache spricht,
    wenn es um Fragen und Probleme von Deutschland und deren Bewohnern geht, insb. in der EU, dem Euro
    der Asyl-, Flüchtlings- und Migrationspolitik.
    Es ist ja nicht mehr auszuhalten und mehr als beschämend wie sich die sog. „anderen demokratischen Parteien“ und die „Staatsmedien“ gegenüber dieser Partei und deren Wähler benehmen.
    Es ist seit geraumer Zeit so, alles was nicht links oder grün ist, ist verwerflich, rechtsextrem und hat keine „Haltung“.
    Was daran ist rechtswidrig, wenn eine Partei in erster Linie ihr Land Deutschland und deren Volk nachdrücklich
    vertritt und Schaden von ihr abwendet.
    Sie werden wohl im „Hamburger Gürtel“ dem linksgrünen Spektrum zuzuordnen sein, aber haben Sie sich schon
    einmal die Ideen und Aussagen insb. von den Grünen (Habeck, Baerbock und co.) angehört, hat das noch mit
    der Realität und mit deutschen Interessen zu tun?
    Wenn solche Leute in der Regierung wären, dann gute Nacht Deutschland.
    Aber, dass Sie mich nicht falsch einschätzen, ich verurteile jegliche Straftat und Gewalt, egal von wo sie herkommt.
    Ich will einen Staat, der seine Normen korrekt durchsetzt, in dem seine Bürger ihre Meinungen frei äußern können
    und deren Belange sie gegenüber der EU und anderen Staaten vorrangig vertreten.
    Und dass Sie es genau wissen: Ich bin ein pensionierter diplomierter Polizeihauptkommissar a.D. des Freistaates
    Bayern. Warum glauben Sie denn wählen sehr viele Polizeibeamte, inb. in Berlin, die AfD?
    Die Antwort hierzu habe ich Ihnen überwiegend in meinen Ausführungen gegeben.
    Vielleicht erinnern Sie sich einmal an meine Ansichten (wenn sich die Situationen wesentlich verschlechtern und
    Sie mehr Lebenserfahrung gesammelt haben), dann wird es womöglich zu spät sein und kein geordnetes
    Deutschland mehr geben.
    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Brunner

    Bayern

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here