Das neue Bürgerhaus wird seinen Haupteingang in Richtung Marktfläche haben. grafik: acollage. architektur urbanistik

Die großen Zeichnungen des neuen Eidelstedter Bürgerhauses blättert Holger Börgartz mittlerweile routiniert um. Die Pläne der Architekten hängen ja schon lange genug im Konferenzraum des Stadtteilkulturzentrums, dessen Umbau sich nun erneut verschiebt und nun erst Anfang 2020 beginnen wird.
„Wir werden unser Programm nach der Sommerpause wie gewohnt anbieten, weil wir das Gebäude nicht wie ursprünglich geplant Ende des Jahres verlassen werden“, sagt der Leiter des Bürgerhauses. Das Bürgerhaus bleibt also ein Jahr länger am gewohnten Standort geöffnet.
Ende 2019 wird der Umzug in ein Containerdorf auf dem Gelände der Stadtteilschule Eidelstedt am Ekenknick beginnen, so Börgartz. Der Grund für die Verzögerung: Der ursprünglich mit 3,8 Millionen Euro veranschlagte Umbau hat sich im Verlauf der langen Planungsphase erheblich verteuert. Die Stadt Hamburg, der Grundstück und Gebäude gehören, muss die Finanzierungslücke schließen. Da auch Geld vom Bund kommt, wird es etwas etwas dauern, das fehlende Geld aufzutreiben.
Für das Bürgerhaus keine einfache Situation. Einige Gruppen waren wegen der angekündigten Schließung bereits in neue Räume gezogen. Die Mieteinnahmen fehlen, außerdem hatte das Haus Anfragen für Veranstaltungen abgelehnt, die nun stattfinden könnten.
Jetzt wird der „Betrieb wieder hochgefahren“, wie sich Bör-gartz ausdrückt. „Und einige der Gruppen, die ausgezogen waren, kehren wieder zurück“, sagt der 52-Jährige und muss selber lächeln bei diesem anarchischen Rein und Raus.
Und während von der benachbarten Baustelle im Center dumpfes Hämmern zu hören ist, sagt Börgartz, dass es vielleicht nicht schlecht sei, wenn eine Großbaustelle in Eidelstedts Zentrum erst später hinter einem Bauzaun verschwindet. „Das bietet für die Eidelstedter die Möglichkeit durchzuatmen.“
Seit 2001 leitet der Diplompädagoge, der aus Bremen nach Hamburg kam, das Bürgerhaus, doch so dynamisch wie jetzt hat er das dörfliche Eidelstedt noch nicht erlebt. „Wir haben hier tasächlich eine Aufbruchstimmung im Stadtteil.“
Die Pläne für den Umbau des Bürgerhauses, das künftig auf rund 400 Quadratmetern auch die Bücherhalle enthält, sehen beindruckend aus. In den kommenden Monaten wird Holger Börgartz sie wohl noch einige Male zeigen, wenn Besucher kommen.

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