Kommt weg: Die Firmenzentrale von Beiersdorf in der Unnastraße soll in spätestens vier Jahren abgerissen werden. Foto: cvs/Archiv

Mitten in einem der beliebtesten Quartiere Hamburgs – direkt am „Park am Weiher“ in der Unnastraße – entsteht innerhalb der nächsten Jahre ein gigantisches Wohnprojekt mit bis zu 800 Wohnungen. Auf dem rund 3,5 Hektar großen Grundstück befindet sich derzeit noch die Firmenzentrale von Beiersdorf, die laut Planung in etwa drei Jahren an die Trop-lowitzstraße umzieht. Anschließend kann das alte Gebäude abgerissen werden. Bauherr für den geplanten Neubau ist die Troma Alters- und Hinterbliebenenstiftung, die Pensionskasse von Beiersdorf.
Neue Wohnungen? Das klingt erstmal gut. Doch die Stimmung unter den Anwohnern ist angeheizt. Erst zu Jahresbeginn hatte der Hamburger Kosmetikkonzern eine benachbarte, zwölf Hektar große Schrebergartenfläche von der Stadt gekauft – mit der offiziellen Begründung, das Werk „perspektivisch“ erweitern zu wollen (das Elbe Wochenblatt berichtete). Jetzt geht die Angst vor einem großflächigen Grünverlust im Stadtteil um. Doch die Bürger dürfen mitreden: Der Bauherr und das Bezirksamt Eimsbüttel haben zusammen einen Beteiligungsprozess gestartet (siehe unten).

Bezirksamtssprecher Becker: „Sind noch ganz am Anfang“

Auch die Linke in Eimsbüttel hat sich des Themas angenommen. „Grüne Stadtquartiere entstehen nicht von selbst“, sagt der von der Partei beauftragte Stadtplaner Mario Bloem (Büro d-plan). Die Politiker fordern ein breit angelegtes Grünflächenkonzept – nicht nur für das 3,5 Hektar große Areal an der Unnastraße, sondern für eine 220 Hektar große Fläche, die bis hinauf zum Veilchenweg reicht – auf Amtsdeutsch ein „Baustufenplan“. Für die Unnastraße stellt sich die Linke autofreie Wohnungen mit begrünten Innenhöfen vor. Mehr Erholungsflächen, mehr Parks. Und mehr Einflussnahme durch den Bezirk, sagt Linke-Politiker Hartmut Obens: „Es kann nicht sein, dass einzig und allein das Interesse eines Großinvestors zählt.“
Das Bezirksamt Eimsbüttel bemüht sich, etwaige Bedenken zu zerstreuen: „Es besteht aus unserer Sicht derzeit kein Grund zur Sorge, da wir noch ganz am Anfang sind“, sagt Sprecher Kay Becker. Mit dem Programm „Eimsbüttel 2040“ verfüge man als einziger Bezirk hamburgweit über ein übergeordnetes Flächenkonzept. „Es ist auch unsere Aufgabe, Stadtentwicklung über die Grenzen von Bebauungsplänen hinaus zu betreiben und die Auswirkungen nicht nur auf das B-Plan-Gebiet zu begrenzen“, so Becker.

❱❱ Termine für die Bürgermitbeteiligung „Stadtmacherei“: 25. August, 8. und 22. September, jeweils in der Schule Telemannstraße, Heußweg 65. Details: www.stadtmacherei-eimsbuettel.de

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