Von Angelika Prahl/Claus Schwartze, Harburg

Sie suchen Nervenkitzel? Sie wollen Ihren Adrenalin-Spiegel mal so richtig auf die Höhe treiben? Kein Problem! Als Harburger brauchen Sie nicht mal weit zu fahren. Einfach mal den Hempbergerweg lang gehen (Richtung ist egal) und gespannt sein, ob man es überlebt.
Der Hempbergerweg ist eine kleine Straße in Marmstorf. Hier gibt es keinen Fußweg, und Autos (bis zu 3,5 Tonnen) dürfen hier 50 km/h fahren. Einige nutzen dieses Limit auch gerne voll aus. Als Fußgänger bleibt einem dann nur der Sprung in die Büsche – bei nassem Wetter besonders unangenehm, aber immer noch besser als der Kontakt mit einem Kühlergrill.
Laut telefonischer Auskunft des Tiefbauamtes von 2015 darf man hier gar nicht fahren. Entsprechende Schilder sollten zeitnah aufgestellt werden. Zeitnah müsste allerdings mal definiert werden…
Weitere Kontaktversuche mit dem Tiefbauamt per Mail blieben nun lange erfolglos, vor drei Wochen dann die telefonische Auskunft, dass die Büsche rechts und links des Weges bald beschnitten würden. Wie bitte?!
Der Versuch, örtliche Politiker (SPD, Grüne) in die Thematik einzubinden, scheiterte bislang auch. Volksvertreter haben augenscheinlich Wichtigeres zu tun. Auch der Versuch, den bürgernahen Polizeibeamten des PK 46 mit ins Boot zu nehmen, hat bislang nicht geklappt. Wahrscheinlich muss erst was passieren, bis man sich von öffentlicher Seite – und dann mit großem Gejaule – des Themas annimmt!
Also, liebe Harburger, fahrt nicht in den Heide-Park, wartet auch nicht auf den nächsten Dom: Geht einfach den Hempbergerweg lang und achtet auf Autos. Und auf Eure Kinder.

Nachgefragt beim Bezirksamt

Auf Grund der Erlebnisse von Angelika Prahl und Claus Schwartze hat das
Wochenblatt in der Harburger Verwaltung nachgefragt. Hier die Antwort von Dennis Imhäuser (Bezirksamt Harburg):
„Der Hempbergerweg liegt in einem Einschnitt, und dadurch sind weitreichende Umgestaltungsmaßnahmen deutlich erschwert. Vor sechs Wochen (Stand 11. Juni, d. Red.) wurden dort Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt.
Das Bezirksamt wird den Hempbergerweg auch weiterhin regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen. Es ist nicht auszuschließen, dass dort schwierige Situationen unter den Verkehrsteilnehmern entstehen können, aber konkrete Vorfälle sind dem Bezirksamt nicht bekannt beziehungsweise nicht gemeldet worden.
Warum wird die Höchstgeschwindigkeit dort nicht auf Tempo 30 begrenzt? Dennis Imhäuser: „Dafür sind in der StVO angegebene Voraussetzungen zu erfüllen. Das Bezirksamt prüft aber zusammen mit der Verkehrsbehörde die Möglichkeit einer Begrenzung der Geschwindigkeit.“

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