Sogar beim Abriss verursacht das Harburg Center noch Probleme. Nach Auskunft der Polizei ist eine Schließung des Schüttstraßentunnels erforderlich. Wie der neue Eigentümer BPD Immobilienentwicklung mitteilte, ist die Tunnelsperrung vom 16. Juli bis 8. September vorgesehen. Der Verkehr soll während dessen durch die Ebelingstraße fließen. Details werden noch zwischen Bauherrn, Bezirk und Polizei abgestimmt. Die Anwohner wurden über die Pläne bislang nicht informiert.
Hintergrund: Das leerstehende Harburg Center galt jahrelang als „der Schandfleck“ in der Harburger Innenstadt. Der neue Eigentümer BPD Immobilienentwicklung möchte das Gebäude abreißen und einen Komplex mit 200 Wohnungen und einer Ladenzeile errichten. Ein Plan, der in Politik und Verwaltung auf breite Zustimmung stößt. Am 21. Juni wurde die Abrissgenehmigung erteilt.

Eine Tunnel-schließung mit der Folge, dass die Eingänge unserer Wohnanlage nicht mehr erreichbar sind, kann ich mir nicht vorstellen
Martina Nag,
Sprecherin
Studierendenwerk

Für Ärger sorgt die geplante Schließung des Tunnels im Bereich Schüttstraße. Das Studierendenwerk Hamburg unterhält in der Schüttstraße eine Wohnanlage mit 222 Einzelzimmern. Seit April wird hier saniert und modernisiert. Zwei Eingänge zur Wohnanlage befinden sich im Schüttstraßentunnel.
„Eine Tunnelschließung mit der Folge, dass die Eingänge unserer Wohnanlage nicht mehr erreichbar und nutzbar sind, kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Martina Nag (Studierendenwerk Hamburg). „Wir gehen davon aus, dass das Bezirks-amt in seinen Genehmigungen sicherstellt, dass wir unsere Baumaßnahmen logistisch ungestört durchführen können und dass die Wohnanlage nach Beendigung der Modernisierung problemlos wieder bezogen werden kann.“
Jörn Hansen, Geschäftsführer des benachbarten Rieckhofs, sorgt sich, ob sein Kulturzentrum bei einer Schließung des Tunnels im Notfall noch von der Feuerwehr erreicht werden kann: „Die Ebelingstraße ist sehr schmal und hat zwei 90-Grad-Kurven.“
Die Lösung aus Sicht der Planer: Die Ebelingstraße ist während der Tunnelschließung keine Einbahnstraße mehr. Der Bereich bleibt verkehrsberuhigt, für Pkw und Lkw soll weiter Schrittgeschwindigkeit gelten. In der Ebelingstraße darf dann nicht geparkt werden, einige Poller werden bei Bedarf entfernt. So kann die Feuerwehr bei Bedarf auch mit großen Fahrzeugen in die Seevepassage fahren. „Das wird klappen“, heißt es von Polizei und Feuerwehr.
Anwohner sollen spätestens zwei Wochen vor der geplanten Tunnelschließung und den damit verbundenen Auswirkungen informiert werden. Wann die Arbeiten starten, ist noch unklar. Momentan laufen noch letzte Gespräche.
Klar ist: Im Zuge der Abrissarbeiten wird es auch zu Sperrungen auf dem Harburger Ring kommen. Zudem müssen Bushaltestellen verlegt werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here