Grünes Dach für den neuen Fernbahnhof: der Entwurf aus der Vogelperspektive. visualisierung: C.F. Møller Architects

Horst Baumann, Hamburg-West

Es hat etwas länger gedauert, aber jetzt hat der überarbeitete Entwurf die Preisrichter kurz vor den Hamburger Sommerferien überzeugt. Das dänische Architektenbüro C.F. Møller Architects machte schließlich das Rennen im Architekturwetbewerb um die Eingangshalle und das angeschlossene Hotel am neuen Fernbahnhof am Diebsteich. Drei Architektenbüros hatten noch nacharbeiten müssen, weil die Jury noch nicht restlos zufrieden war.

Der Entwurf mit dem begrünten Dach hat etwas von skandinavischer „Wohlfühlarchitektur“. Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing fasste die Entscheidung zusammen: „Die Architektur des neuen Empfangsgebäudes der Deutschen Bahn sagt ,herzlich willkommen in Altona’. Sie ist offen empfangend, heiter und bildet einen markanten Akzennt und einen guten Auftakt für die Entwicklung des Quartiers, das sich in den kommenden Jahren rund um das neue Bahnhofsgebäude weiter entwickeln wird.“

Altonas Bezirksamtsleiterin Liane Melzer fand bei der Bekanntgabe der Juryentscheidung euphorische Worte für die Arbeit der Architekten: „Mit diesem Entwurf wird ein deutliches Signal für den Aufbruch in eine zukunftsorientierte städtebauliche Entwicklung im Grenzbereich zwischen Altona und Eimsbüttel gesetzt.“

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die Prellbock-Initiative sehen das komplett anders. In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es: „Zwei Hochhäuser schaffen kein neues Bahnhofsviertel an einem unterentwickelten und für eine Verkehrsdrehscheibe völlig ungeeigneten Standort. Auch kann eine transparente Glasfassade die Mängel des Standorts und die Intransparenz des Ausschreibungsverfahrens nicht überdecken. Ein gesetzeskonformes und hinsichtlich öffentlicher Beteiligung, Offenlegung der Finanzierung und Kostenkontrolle transparentes Vergabeverfahren sind eine Selbstverständlichkeit.“
Der ökologische Verkehrsclub und Prellbock versuchen die Arbeiten an dem umstrittenen Bahnhofsprojekt derzeit mit einem Eilantrag vor Gericht zu stoppen. Über den Antrag werden die Richter voraussichtlich in den kommenden Wochen entscheiden.

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