Sabrina Arslan ist verzweifelt. „Was sollen wir jetzt bloß tun?“, fragt sie ratlos. Vor wenigen Tagen hat die Wilhelmsburgerin die Nachricht erhalten, dass ihre sechsjährige Tochter Ayla nicht für die Profilklasse „Englisch Immersiv“ an der Elbinselschule zugelassen wird. Neben Arslan sind fünf weitere Elternpaare betroffen. Dabei hatten deren Kinder gemeinsam mit Ayla die entsprechende Vorschulklasse „Butterflies“ der Schule besucht.
Doch statt – wie bisher – Englisch stehen künftig „Kunst und Musik“ oder „Natur und Umwelt“ auf dem Stundenplan. Für Arslan kommt ein Wechsel des Profils nicht in Frage. „Englisch zu sprechen oder zu singen hat meiner Tochter immer großen Spaß gemacht“, sagt sie. Erstaunlich: Offenbar wurden im Gegenzug Kinder in das Profil aufgenommen, die zuvor nicht die Elbinsel-Vorschule besucht hatten. „Eine organisatorische Katastrophe“, sagen die Eltern.
Schon mehrfach war die vor elf Jahren gestartete Elbinselschule wegen nicht eingehaltener Versprechen in die Kritik geraten. Zuletzt war 2016 insgesamt 27 Kindern die Teilnahme an „Englisch Immersiv“ – hier werden sämtliche Fächer (Deutsch ausgenommen) auf Englisch unterrichtet – verweigert worden.

Englisch zu sprechen und zu singen hat meiner Tochter immer großen Spaß gemacht
Sabrina Arslan,
Mutter

Hintergrund damals wie heute sind Einsparungen: Finden sich nicht genug teilnehmende Kinder, wird eine der beiden Klassen in Stufe 1 gestrichen. „Dabei war das Englischprofil von Beginn an zweizügig“, kritisiert Susanne Pötz-Neuburger, Vorstandsmitglied im Schulverein der Elbinsel. Eine zweite Klasse sei insbesondere wichtig, um die Fortsetzung des Projekts ab Klasse 5 auch an der Nelson-Mandela-Schule zu sichern. „Auch dort gibt es eine Englisch-Immersiv-Klasse, die auf eine ausreichend große Anzahl von Grundschülern angewiesen ist“, so Pötz-Neuburger.
Auch die Tatsache, dass die betroffenen Kinder bereits gemeinsam die Vorschule besucht haben und nun auf verschiedene Klassen verteilt werden, hält Pötz-Neuburger für bedenklich. „Ich frage mich: War das klug?“
Wie geht es nun weiter? Die betroffenen Eltern haben ihre Rechtsanwälte eingeschaltet und Widerspruch eingelegt. Große Hoffnungen machen sie sich jedoch nicht. „Warum kommt die Nachricht auch so spät? Jetzt haben wir keine Chance mehr, unsere Kinder an einer anderen Schule anzumelden“, sagt Arslan.

 

Schulbehörde reagiert nicht

Die Elbinselschule wollte sich auf Anfrage nicht zur Sache äußern. Auch von der Schulbehörde (BSB) kam bis zum Redaktionsschluss keine Reaktion. Folgende Fragen hat das Elbe Wochenblatt bereits vor zwei Wochen (Datum: 21. Juni) gestellt:

– Warum haben die Eltern Absagen erhalten?

– Warum so spät – erst kurz vor den Sommerferien?
– Nach Auskunft der Eltern dürfen noch nicht einmal diese sechs Kinder zusammen bleiben – sie kommen teilweise in verschiedene Klassen. Den Eltern ging es gerade darum, dass sich die Kinder langsam an die neue Umgebung gewöhnen können. Warum diese Entscheidung?

– Wonach wird entschieden, welche Kinder den Profilkurs „Englisch Immersiv“
besuchen dürfen?

1 KOMMENTAR

  1. Das ist eine Frechheit. Den Kindern darf man in den frühen Schuljahren doch keine Angst vor der Schule machen! Warum spart man an den falschen Stellen?

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