Antiquität: Badebekleidung aus den 1930er Jahren. Doch Georgia Schmidt-Lendner (re.) und Renate Zinser finden keinen Käufer dafür. Fotos: cvs

Auf dem Verkaufstisch gleich hinter dem Eingang liegt eine kleine, antiquarische Rarität: ein aufwendig genähter Badeanzug mit buntem Blumenmuster und aufgesetzten Ornamenten. Herstellungsjahr: ungefähr 1930. „Das hat eine ältere Dame bei uns abgegeben, die es nicht mehr brauchte“, sagt Georgia Schmidt-Lendner, Leiterin des Sozialkaufhauses „BaNotke“. Vor knapp eineinhalb Jahren hatte die Einrichtung in der Notkestraße, die sich an Menschen mit geringem Einkommen wendet, ihre Pforten geöffnet. Für wenig Geld kann man hier gebrauchte, aber gut erhaltene Haushaltsgegenstände, Bücher, CDs sowie Kleidung bekommen.
Doch inzwischen bangt das BaNotke um seine Existenz – es kommen einfach zu wenige Besucher. Selbst Schätze wie der fast 100 Jahre alte Badeanzug finden keinen Abnehmer. „Das Problem ist die Lage“, sagt Renate Zinser, pädagogische Anleiterin. „Wir liegen zu weit ab vom Schuss, und von der Straße aus sieht man uns fast gar nicht.“

Untergebracht ist das BaNotke, das vom Altonaer Beschäftigungsträger „Koala“ (Kooperation Arbeiten, Lernen und Ausbildung) betrieben wird, im Souterrain eines früheren Bürohauses. Auf 450 Quadratmetern kann man nicht nur gemütlich stöbern, sondern auch Schreibhilfe am Computer bekommen, an Fortbildungen teilnehmen oder lecker zu Mittag essen. Vier hauptamliche Mitarbeiter und derzeit 25 Langzeitarbeitslose finden hier eine Beschäftigung.
„Eigentlich“, sagt Schmidt-Lendner, „ist das Interesse an uns ja recht groß.“ So sei etwa der vergangene Weihnachtsbasar richtig gut besucht gewesen. „Jeder, der hier vorbeikommt, sagt erstmal: ,Wow, was habt ihr für einen tollen Laden’“, berichtet die Leiterin. Aber die pure Begeisterung reiche leider nicht aus. „Man benötigt einen Berechtigungsschein, um hier einzukaufen – und den haben die wenigsten!“ Insgesamt 390 sogenannte „Sozialkaufhaus-Cards“ hat die Einrichtung seit ihrer Eröffnung im März 2017 ausgegeben. „Das ist einfach zu wenig“, sagt Schmidt-Lendner.

Sommerfest
Am Sonntag, 1. Juli, feiert das BaNotke von 11 bis 17 Uhr ein großes Sommerfest. Interessenten können sich bei Grillwurst, Salat und Getränken über die Einrichtung informieren. Weiterhin sind ein Anwohnerflohmarkt (Anmeldung: banotke@koala-hamburg.de) geplant sowie Spiele für Kinder. Sollte Deutschland an dem Tag bei der Fußball-WM antreten, wird der Beamer für’s gemeinschaftliche Public Viewing angeworfen. Adresse: Notkestraße 7.

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