Der Renner im Turnverein Groß Flottbek ist die Trampolingruppe. Unter der Leitung von Baki Aksen (im Hintergrund) wird montags am Windmühlenweg gesprungen. Foto: tvgf
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Mit seinem kreisrunden roten Logo über der Tür zur Geschäftsstelle ist der Verein in der Waitzstraße nicht zu übersehen. Am Rande des Waitzplatzes ist nicht nur die Geschäftsstelle des knapp 1.000 Mitglieder zählenden Turnvereins von 1901 Groß Flottbek (TVGF) untergebracht. Im kleinen Clubraum setzen sich einmal in der Woche Schachspieler an ihre Bretter, turnt eine Krabbelgruppe und trifft sich die Quigong-Abteilung zu Meditations- und Gesundheitsübungen.

Lange Wartelisten bei allen Schwimmangeboten

„Unser Verein steht für Tradition und Innovation“, sagt der erste Vorsitzende Berend L. Petersen. Mehrere Generationen aus den Elbvororten turnen im Verein. 50 bis 60 Prozent der Mitglieder sind unter 14 Jahren. Da ein Verein allein mit Turnkursen und Kindertanzangeboten nicht mehr überleben kann, hat der TVGF sein Angebot beispielsweise um Trampolinturnen erweitert – „wir sind der einzige Verein, der das im Westen anbietet“, so Petersen.
Viele Jugendliche sind in den vergangenen Jahren in die Basketballabteilung eingetreten, die von zwei auf 140 Mitglieder angewachsen ist. Im Volleyball wächst der Freizeitbereich gemischter Teams kontinuierlich.
Für einen Breitensportverein wie den TVGF, der selten in den Schlagzeilen auftaucht, hat sich die Lage in den vergangenen Jahren dramatisch verändert: „Für uns ist es ein Problem, wenn die Kinder durch die Ganztagsbetreuung an den Schulen erst ab 17 Uhr Sport treiben können“, sagt Geschäftsführerin Cornelia Bergmann. Ein Beispiel: Weil die Schule
die Halle Windmühlenweg am Nachmittag jetzt selber nutzt, verlor der TVGF dort Hallenzeiten und musste mehrere Eltern-Kind-und Kinderturngruppen aus seinem Angebot streichen.
Noch schwieriger ist es es für den Klub geworden, Schwimmtraining für Kinder anzubieten. In der Halle Simmrockstraße wurden dem TVGF Trainingszeiten gestrichen, wieder musste der Verein sein Angebot reduzieren. Für alle Schwimmgruppen gibt es zudem lange Wartelisten. „Bei der Belegung der Hallen wird mehr auf den Wettkampfsport gesetzt. Dass Kinder dort ihr Seepferdchen machen, scheint nicht so einen hohen Stellenwert zu haben“, so Bergmann. Da das Schulschwimmen erst ab der dritten Klasse beginnt, ist es für Kinder schwierig, vorher Schwimmen zu lernen. „Ich kann nicht verstehen, dass man angesichts langer Wartelisten nicht in den Bau von Schwimmhallen investiert“, so Cornelia Bergmann.

❱❱ Alle Vereinsangebote unter www.tvgf.de

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