Von Wolfgang Wittenburg.

Holzschubkarren und Pferdewagen sind hier normal. Wenn neben dem Heuschober vom Pringens Hof Scheinwerfer und Puschel-Mikrofone stehen, ist im Freilichtmuseum am Kiekeberg etwas gehörig anders als sonst. Der Grund: Axel Prahl, vielen als Kommissar aus dem Münsteraner
„Tatort“ bekannt, dreht hier einen Märchenfilm. Seine Rolle: ein mürrischer Wiesenbauer, der die Hochzeit seiner Tochter verhindern will.
Dafür stampft Bauer Iven schon mal mit dem Fuß auf und grummelt ordentlich herum. Das Grummeln kennt man aus der Krimi-Rolle: Dort gibt er den Polizeisten und glühenden St-Pauli-Fan Fank Thiel. Ist Prahl auch im wahren Leben St.Pauli-Fan? Tatsächlich kennt er das Millerntor-Stadion schon seit Kindertagen. Nur auf den „Fan“ will er sich nicht einlassen: Fanatisch sei er nicht, aber es falle ihm leichter, einen St. Pauli-Fan zu spielen als einen des HSV, sagt der Fernseh-Star.
Am Kiekeberg wird Anfang und Schluss des ARD-Films „Das Märchen von der Regen-trude“ gedreht. Geplanter Sendetermin: Weihnachten 2018. Vorteil: Nichts muss für die Aufnahmen abgesperrt werden und die Wagen für Licht, Technik, Maske und Garderobe können versteckt hinter Lehm- und Bauernhäusern versteckt werden.
Im Märchen geht es um
Liebe und Regen
Drehort ist der Dorfplatz mit Kopfsteinpflaster. Mitten im Gewusel des 30-köpfigen Teams steht Prahl: „Ein Märchen in Hamburg zu drehen, in dem es ausgerechnet darum geht, dass es drei Jahre nicht geregnet hat, finde ich ein mutiges Unterfangen“, meint Prahl augenzwinkernd. „Aber dieser Drehort ist herrlich! Allein durch mein Kostüm fühle und bewege ich mich anders und die Verwandlung in Wiesenbauer Iven ist perfekt.“
Als Märchen-Landwirt besitzt er Hof, Scheune und den einzig funktionierenden Brunnen. Aber er ist partout gegen die Liebe seiner hübschen Tochter Maren (Janina Fautz) zu Andrees (Rafael Gareisen), dem Sohn der armen Witwe Stine (Gabriela Maria Schmeide). Der Bauer stimmt der Hochzeit nur zu, wenn die Regentrude binnen zwei Tagen die Schleusen öffnet. Daran glaubt eigentlich niemand, aber auch dieses Märchen geht gut aus.
Beachtliche zehn Stunden Arbeit braucht es für etwa fünf Minuten Film, für den Märchenfilm sind 14 Drehtage kalkuliert, Arbeit für 40 bis 50 Leute, dazu rund 20 Komparsen. Die bekommen 100 Euro pro Drehtag. Leonie Bongartz – sie hat das Drehbuch zum Märchen von Theodor Storm geschrieben – kümmert sich um die Kinder Rosalie (6), Jessa (8) und Milena (11). „Man spürt bei jung und alt, es macht allen große Freude bei der Entstehung eines Märchenfilms mitzuwirken.“

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