Viel Licht und Sonne für Ottensens markanteste Ecke: Die Initiative „Altonaer Manifest“ wünscht sich, dass der geplante Neubau, der anstelle des Telekom-Hauses entstehen soll, höchstens zwei oder drei Stockwerke hoch wird – und nicht, wie vom Investor gefordert, vier bis sechs Stockwerke. Foto: CVS

Wie geht es nun weiter am Spritzenplatz, nachdem sich die Bürgerinitiative (BI) „Altonaer Manifest“ aus dem Verfahren zur Bebauung der markanten Ottenser Ecke zurückgezogen hat? Wie berichtet, möchte die BI laut eigener Auskunft nicht „als Feigenblatt“ für eine – vermeintlich – gelungene Bürgerbeteilung herhalten. Anstoß genommen wurde insbesondere am – vom Bezirksamt verfassten – Auslobungstext für den Architektenwettbewerb: Dort ist unter anderem zu lesen, dass „im Wesentlichen“ eine Gebäudehöhe von drei Vollgeschossen nicht überschritten werden soll. Die Krux: Zu dem Zeitpunkt hatte die Initiative per Bürgerbegehren längst deutlich konkretere Forderungen durchgesetzt.
Bei diesen Forderungen – unter anderem sollen sich „Höhe und Kubatur“ des Neubaus an den Nachbargebäuden orientieren – wird es auch bleiben, trotz des Ausstiegs der Initiative. „Meines Erachtens gibt es keine Partei in der Bezirksversammlung, die der Meinung ist, man sollte besser die Finger von einem neuen Bebauungsplan lassen“, sagt der CDU-Bauexperte Sven Hielscher. Auf der anderen Seite findet Hielscher es „wirklich schade“, dass die Anwohnerinitiative einen Rückzieher gemacht hat. „Wir hatten eine sehr konstruktive Zusammenarbeit“, so der Bezirkspolitiker.

Kurz vor ihrem Ausstieg hatte das „Altonaer Manifest“ noch eine zweites Bürgerbegehren auf den Weg gebracht, das mehr Tempo bei der Umsetzung der vereinbarten Ziele einforderte. Das Bezirksamt hatte diesen Antrag jedoch abgelehnt.
„Entgegen der Formulierung des ersten Bürgerbegehrens richtete sich nun die Formulierung darauf, das festzuschreiben, was am Ende eines komplexen baurechtlichen Verfahrens herauskommen soll“, sagt Bezirksamtssprecher Martin Roehl. Dies hätte dazu geführt, das „ganze Verfahren obsolet und rechtlich nicht haltbar“ zu machen. Am Vorhaben, einen neuen B-Plan („Bebauungsplan Ottensen 69“) aufzustellen, ändere sich jedoch nichts. Nach Einschätzung des Bezirksamts könnte dieser voraussichtlich Anfang 2020 rechtskräftig werden.
Investor ist die Hamburger Immobilienfirma Böge & Streit-horst GmbH, der das Eckhaus und die angrenzenden Gebäude gehören. Von dem Unternehmen war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu bekommen..

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here