Vor der MS Stubnitz: Veranstalter Harald Retzbach. Foto: kp flügel

KP Flügel, Karoviertel

Schon als Jugendlicher hat sich Harald Retzbach für Musik interessiert. „ In Heilbronn, wo er aufgewachsen ist, fühlte er sich mit seinem Musikgeschmack allein. „Der bestand aus Post-Punk, Punkrock und Hardcore“, erzählt der 41-Jährige. Als es ihn aus beruflichen Gründen Anfang 2000 nach Hamburg zog, fand er sehr schnell Anschluss zur hiesigen Subkultur. „Nach wenigen Monaten hatte ich eine Sendung bei Radio FSK, wo ich das spielen konnte, was mir am Herzen lag. Zugleich war ich beteiligt an der Organisation von Konzerten für den Sender.“ In dem Zuge entstand das Fußballturnier „Cup der Guten“ zwischen 2004 und 2007 sowie Filmvorführungen im Lichtmess-Kino in Ottensen.
Die Redaktionsarbeit brachte den Bahrenfelder in Kontakt mit Bands, die ihn fragten, ob er nicht Auftrittsmöglichkeiten kennen würde. Also schaute er sich um, überlegte sich entsprechende Locations wie Gängeviertel, Hafenklang oder Westwerk. „Seit ungefähr 2012 organisiere ich ungefähr 15 Konzerte im Jahr.“ Für ihn steht dabei nicht das finanzielle Gewinn-interesse im Vordergrund, sondern das persönliche Kennenlernen der Bandmitglieder. Ein Konzertabend ist dann ein Erfolg, wenn ein Abend in freundschaftlicher Atmosphäre stattfindet. „Man begrüßt sich anfangs zaghaft und zur Verabschiedung umarmt man sich und bleibt im Kontakt.“ Harald Retzbach versteht, wie er betont, „Konzerte also als soziale Räume, als Orte persönlicher Begegnungen.“

Am 23. Juni organisiert er ein Festival auf der MS Stubnitz

Ist das Veranstalten von Konzerten also so etwas wie ein Hobby? „Ich muss nicht davon leben. Bei Konzerten ist es eher so, dass gerade die Bands, für die ich diese organisiere, eher unbekannt sind. Es ist schon ein Erfolg, wenn ich plusminus Null und die Musikerinnen und Musiker mit einem akzeptablen Betrag aus dem Abend herausgehen.“
Aktuell organisiert Harald Retzbach das „1,2 Piecefest Hamburg“ mit Acts, die aus ein bis zwei Musikern bestehen und im experimentellen, elektronischen Bereich angesiedelt sind. Dies findet am Sonnabend, 23. Juni, auf der MS Stubnitz statt. Neben der Band „les trucs“, die ihr neues Album „Jardin de Boef“ vorstellen, spielen unter aderem „Die Vögel“, der Beatbastler und Soundtüfftler Victor Marek und der pakistanische Sitar-Meister Ashraf Sharif Khan als ASK VM und die Soundkünstlerin Nika Son. Für den stimmigen Ausklang sorgt das DJ-Kollektiv „Headshell“.
 
Kurzbio
Geboren 1977 in Heilbronn, Ausbildung als Erzieher,
arbeitet unter anderem bei der Evangelischen Stiftung Lichtenstern, Lebenshilfe Schenefeld und Leben mit Behinderung Hamburg. KP

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