Der Imbiss „Lukus“ im Elbe Camp hält für alle Gäste etwas bereit. Foto: kroll

Oliver Kroll
Ein hagerer Mann im Bademantel schlurft über das Gelände in Richtung seines Wohnwagens. Ein Kind plärrt, weil sein Eis in den Sand gefallen ist. Ein Hund schleckt sich das Maul. Er zerrt an seiner Leine, um an einen Wurstzipfel zu kommen. Der Duft von Bratwurst hängt in der Luft. Eine Kinderschar sitzt am Tisch und futtert Pommes.
Wer das Elbe Camp am Falkensteiner Ufer besucht, wird von Sinneseindrücken förmlich erschlagen. Optisch und akus-tisch wird dem Radfahrer, Camper oder Spaziergänger viel geboten.
Gleichzeitig liegt trotz aller Reize eine seltsame Harmonie über dem gesamten Gelände. Kinder tollen durch den Sand, Eltern sitzen entspannt schwatzend vor ihren Zelten und Wohnwagen.
Auf dem Platz herrsche eine Mischung aus Woodstock und Goa, „nur mit dem Blick auf Werften und Schweinesand“, so eine Tageszeitung vor einigen Jahren.

Bei einer vegetarischen Wurst die Schiffe sehen

Diese ganz besondere Atmos-phäre herrscht hier seit langer Zeit. Sie bildet einen reizvollen Kontrast zu den beiden bürgerlichen Wohngebieten Rissen und Blankenese, zwischen denen das Elbe Camp liegt.
„Ich liebe das Elbufer an dieser Stelle. Deshalb komme ich bereits seit über dreißig Jahren hierher“, sagt Cornelia Wegener, deren Wohnung in Hamburg an einer lärmigen und staubigen Straße liegt.
Im Gegensatz dazu herscht im Elbe Camp eine idyllische Ruhe. Denn die Geräusche, die hier zu hören sind, entstehen durch Lebenslust und Kinderlachen.
Im Norden erhebt sich der bewaldete Geesthang beinahe 100 Meter über die Elbe. An seinem Fuße liegt der letzte Hamburger Naturstrand weit abseits des Hafens und des Airbuswerks. Sie sind zwar zu sehen, aber nicht zu hören.
Wer aus der Großstadt ins Elbe Camp am Falkensteiner Ufer kommt, wird vom Rauschen der Bäume und zwitschernden Vögeln empfangen. Ein Großstädter fühle sich hier so weit weg vom Straßenlärm, so ein Camper aus Berlin.
Wenn dann leise Gitarrenklänge zu hören sind, Geräusche der Lebensfreude, Lachen und anderes aus Zelten und Wohnwagen, wird auch dem flüchtigen Besucher klar, was wirklich wichtig ist. Sei es für einen Sommer, ein paar Wochen, als Dauercamper oder nur für ein Wochenende. Sie alle, Alt und Jung, Süd-und Norddeutsche, In- und Ausländer vertragen sich, wie in einem Bilderbuch. Wer dann vom Imbiss „Lukus“ aus bei einer vegetarischen Wurst den dicken Pötten nachschaut, gerät schnell ins Träumen.

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