Die Schüler warteten in einer langen Schlange vor dem U-Bahn-Eingang Sternschanze. Foto: ms

Mateo Schneider, Sternschanze
Der geschwungene Sandweg von der U-Bahn-Haltestelle Hagenbecks Tierpark bis zum Eingang des Zoologischen Gartens war gerade lang genug, um den 550 Kindern der Ganztagsgrundschule Sternschanze und ihren mehr als 80 erwachsenen Begleitpersonen Platz zu bieten. Der Weg, zu einer der meistbesuchten Attraktionen Hamburgs war lang für die Schüler gewesen.
Ein Blick zurück. Die Krawalle im Zuge des G-20-Gipfels im vergangenen Jahr hatten viele Schüler der beiden mitten im Schanzenviertel liegenden Gebäude schwer mitgenommen. „Um das alles aufzuarbeiten, haben wir alle ermuntert, ihre Erlebnisse entweder aufzuschreiben oder aufzumalen“, so Schulleiterin Gisela Rathens. Herausgekommen sei eine Sonderausgabe der Schulzeitung „Lolablitz“ mit vielen „traumatisierenden Erlebnissen.“
Um zumindest einen winzigen Ausgleich für das Erlittene zu erhalten, hatte Rathjens zunächst beim Tierpark selbst vergeblich nach einem kostenlosen Besuch gefragt. Tierparkgründer Carl Hagenbeck hatte seinen ersten Zoo auf dem heutigen Schulgebäude an der Ludwigstraße errichten lassen.
Dann hatte der Elternrat einen Brief ohne irgendwelche Forderungen an den damaligen Bürgermeister Scholz und Innensenator Andy Grote geschrieben. Auf eine Antwort wartet die Schule bis heute.

Immerhin konnte der G-20-Sonderausschuss sich dann dazu durchringen, „ausgewählte Betroffene“ des Stadtteils in den Genuss der anfänglich zugesagten schnellen und unbürokratischen Entschädigungen kommen zu lassen. Für die Schule inakzeptabel: Entweder alle in den Tierpark oder niemand.
Im Verlauf einer Sitzung des Stadtteilbeirates Sternschanze lud dann die Haspa die gesamte Schule zum ersehnten Hagenbeck-Besuch ein. Als die Schulbehörde davon Wind bekam, reagierte sie. Schulsenator Ties Rabe bat die Schule, der Haspa eine Absage zu erteilen und sprach die Einladung selbst aus. Die Bank konterte das mit einer Einladung zum Eisessen bei Hagenbeck. Und nicht nur das. Es war auf einmal sogar möglich, die Anreise der knapp 650 Menschen mit einem Sonderzug der Hochbahn zu bewerkstelligen, der auch auf einem im Tagesbetrieb nicht befahrenen Streckenabschnitt unterwegs war. Gewissermaßen das Sahnehäubchen vor dem Eisessen.

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