Fred Richters (65) Chancen stehen schlecht, aber aufgeben kommt für ihn nicht in Frage. Der Marmstorfer Rentner streitet mit der Sparda Bank über 1.000 Euro.
Was ist passiert? Am 2. Mai ging Richter in die Harburger Filiale der Sparda Bank an einen Geldautomaten. „Ich habe 2.500 Euro eingezahlt, überwiegend in 50-Euro-Scheinen“, beschreibt er. „Das Gerät hat eine Quittung über 1.500 Euro ausgegeben und dann ‘Störung’ angezeigt.“
1.000 Euro waren weg. „Das ist mehr, als ich im Monat an Rente bekomme. Ich weiß nicht, was in dem Automat schiefgelaufen ist“, sagt Fred Richter. „In der Filiale wurde mir gesagt, da könne man nichts machen. Die Mitarbeiter haben nur mit der Schulter gezuckt. Am Ende wurde ich sogar als Lügner hingestellt.“
Für die Sparda Bank schildert Pressesprecher Dieter Miloschik das übliche Verfahren: „Wenn Geld über den Automaten eingezahlt wird, kann es in ganz seltenen Fällen zu einer Störung führen, etwa wenn versehentlich eine Büroklammer mit eingeführt wird. Dies kommt jedoch sehr selten vor. In diesem Fall geht der Automat „in Störung“, um mögliche Schäden zu verhindern. Möglicherweise einbehaltenes, aber nicht gebuchtes Geld wird im Rahmen der Abstimmung der Bargeldbestände geprüft und anschließend dem Kunden gutgeschrieben. Dies kann im Zweifel ein wenig Zeit in Anspruch nehmen.“

Ich weiß nicht, was im
Automaten schiefgelaufen ist
Fred Richter

Wie steht’s um den konkreten Fall von Fred Richter? „Ja, der Automat ist an diesem Tag in Störung gegangen. Wir haben alle Möglichkeiten zur Klärung genutzt. Es liegen auch entsprechende Protokolle der Auswertung vor“, so Miloschik. „Leider ist die vermeintliche Einzahlung weder durch die erwähnten möglichen Differenzen noch durch das Einzahlungsprotokoll mit der Auflistung aller eingezahlten Noten zu belegen. Das Geld ist definitiv nicht im Automaten angekommen. Bis auf den Fall von Herrn Richter haben wir keine ungeklärten Vorgänge.“
Für die Sparda Bank ist der Fall damit beendet. Fred Richter hat inzwischen Anzeige erstattet und einen Anwalt eingeschaltet.

Das rät die Verbraucherzentrale

„Wenn der Automat Ein- oder Auszahlungen nicht richtig registriert, möglichst ein Foto der Fehlermeldung machen und Zeugen suchen. Bei vielen Geldautomaten sind inzwischen auch Störungs-dienste angegeben. Dort sofort mit dem Handy anrufen und möglichst nicht vom Automaten wegbewegen, bis das geklärt ist.
Ist die Filiale geöffnet, sofort reklamieren und sich das Transaktionsprotokoll des Geldautomaten geben lassen.
Dort steht zumindest für Auszahlungen, was der Automat seiner Aufzeichnung nach ausgespuckt hat. Wenn das nicht stimmt, muss eine Bestandsprüfung des im Automaten vorhandenen Geldes gemacht werden.
Das Problem ist, dass den Kunden die Beweislast trifft. Wenn bei Beschwerden über zu wenig Auszahlung die Nachzählung ergibt, dass im Automaten das an Geld ist, was laut Protokoll da sein soll, hat der Kunde extrem schlechte Karten“, sagt Kerstin Föller von der Verbraucherzentrale Hamburg.

8 KOMMENTARE

  1. Ich hoffe dieser Artikel sensibilisert Bankangestellte dafür, dass Bankautomaten Fehler machen. Mir wurde von einem Commerzbank-Automaten schon nach der ersten Eingabe eine Störung gemeldet und einige Tage später merke ich, dass der Automat 1900 Euro von meinem Konto abgebucht hat. Die Mitarbeiterin der Harburger Bankfiliale hat mich sehr abweisend behandelt. Sie war der Meinung der Fehler kann nur bei mir gelegen haben; das hat mich wiederum sehr geärgert. Die Automaten- und Geldbestandprüfung hat mir im Nachhinein recht gegeben, doch diese hat ein Woche gedauert. Eine Entschuldigung oder gar Zinsen für die Woche ohne Geld gab es nicht.

  2. Das Problem ist eigentlich dass man keine Möglichkeit hat zu beweisen dass man auch die Summe eingezahlt hat bzw man kann diesen Vorgang auch nicht abbrechen und man ist auf den Automaten angewiesen und da ist es für die Bank ganz einfach zu sagen ich habe das Geld nicht eingezahlt dabei gibt es Möglichkeiten den Vorgang zu verändern

    • Hallo Herr Richter,

      uns ist das Gleiche bei der Sparda Bank in Hannover passiert. Ich war bereits mit Herrn Zimmermann von der Elbe Wochenblatt in Kontakt, der Ihren Fall veröffentlich hat.
      Können Sie mir weiterhelfen welche Möglichkeiten wir haben, unser geschlucktes nicht verbuchte Geld zurück zu bekommen ?

      Mit freundlichen Grüßen

      Detlef Gehrke

      Tel.: 0174 – 8297668

  3. Zunächst möchte ich widersprechen, dass der Kunde in der Beweispflicht ist. Es gibt sowohl ein LG Urteil, als auch ein AG Urteil, das die Banken in der Beweispflicht sieht, was ja auch eigentlich logisch ist. Der Kunde kann die Abbuchung beweisen und die Bank sollte logischerweise die Auszahlung beweisen können.

    Mir ist am 16.08.2019 gleiches am Commerzbankautomaten in Hamburg Poppenbüttel geschehen.

    Betrag und Pin eingegeben, dann passierte erst nichts, dann ging der Automat in den Modus Störung.

    Keine Geldauszahlung!

    Am 19.08.19 werden die 1000 EUR von meiner VisaCard mit Wertstellung 16.08.2019 abgebucht.

    Sofortiger Klärungsversuch mit der Commerzbank verläuft bisher absolut unbefriedigend. Man kommuniziert nach Möglichkeit telefonisch, so dass ich wenig in der Hand habe.

    Auf die Frage, warum keine 1000 EUR Plusdiffernz in einem der Automaten festgestellt wurden, bekam ich die Aussage, dass die Automaten nur geprüft werden, wenn es Reklamationen gibt.

    Nach langem hin- und her und unter Zuhilfenahme meiner Kreditkartennummer, teilte man mir telefonisch mit, dass man den Vorgang mit der Störung gefunden habe. Bargeld wäre nicht ausgezahlt worden, was aber kein Problem sei, da meine Karte nach den internen Recherchen der Commerzbank nicht belastet worden sei.

    Nun musste ich die Kreditkartenabrechnung mit der Abbuchung übermitteln.

    Die Commerzbank hat nun seit 2 Wochen 1000 EUR von mir und das Getriebe dreht sich nur weiter, wenn man immer wieder nachhakt.

    Mal schauen wo das hinführt.

    Ich überlege, ob ich denen mal einen gerichtlichen Mahnbescheid über die 1000 EUR zustellen lasse.

    Langsam werde ich etwas sauer..

  4. Ich habe auch massive Probleme mit einem Einzahlautomaten der Commerzbank in Hamburg. Habe hunderte von Münzen eingezahlt, das mache ich alle paar Jahre so, da ich das Kleingeld in einer Dose sammel, die dann auch locker 3 Kilo wiegt.
    Der gezählte Betrag liegt um die 70 Euro, überwiesen wurden nur ca 8 Euro.
    Da ich an einem Samstag Abend ind er Filiale war, kann man anschließend am Montag nur via Hotline oder per mail reklamieren. Der Witz ist noch, dass sich die Commerzbank für Comdirect Kunden sowieso nicht zuständig fühlt. Wenn man bei der Hotline der Comdirect anruft, kommst du nie durch, wegen der bevorstehenden Umstrukturierung.
    Dann nochmal zurück in die Filiale gegangen, ein Mitareiter hat dann die Drittfirma der Autamaten kontaktiert. Dieser sagt natürlich, nööööö es gibt keine Differenz. Da der Automat auch keine Fehlermeldung hatte, ist der Fall für die Bank abgeschlossen und weder Commerz noch Comdirect fühlen sich zuständig. Ich wurde richtig geil abgezockt. Bevor es zu der Erkenntnis kam, vergingen natürlich mehrere Wochen und man muss dem scheiss immer hinterher rennen. Werde nun Anzeige erstatten und auf Herrausgabe der Videoaufnahmen in der Filialie bestehen. Die machen sich das auch alle echt einfach…. Vor allem habe ich bereits oft Scheine und Münzen eingezahlt, es gab immer mal Differenzen und es wurden Scheine „vergessen“. Es war nie ein Problem das zu reklamieren. Aber diese Automaten arbeiten keineswegs vertrauenvoll!!! Von wegen Technik hat immer Recht und dann schaltet der Verstand aus. Ich werde nie wieder etwas bei einem Automaten einzahlen, vor allem hat man das Gefühl, dass diese Drittanbieter hier auch noch ihre Finger im Spiel haben und dann stehst du da, kriegst nur dumme Antworten und hast einen finanziellen Schaden. Wie kann denn das Geld einfach „weg“ sein frage ich mich!! Ist das irgendwo runtergefallen im Automaten oder was?? Kann ja überhaupt nicht sein. Echt geil….Aber hauptsache wenn ich so dermaßen schlampig und ignorant arbeiten würde, ja dann wäre die Hölle los!!!

  5. Ich habe Heute bei der Commerzbank 1310€ eingezahlt, als plötzlich eine Fehlermeldung kam mit der Aussage, ich solle die Quittung entnehmen. Es kam aber weder eine Quittung noch meine Karte noch das Geld wieder raus. Ich habe dann am Fenster der Fiale geklopft, wegen Corona geschlossen. Die Dame sagte mir sie rief einen Techniker. Auf meine Antwort ich würde warten, kam nur brauchen Sie nicht, das dauert. Zu Hause habe ich direkt die Hotline angerufen. Die haben meine Karte gesperrt und ein Protokoll geschrieben. Ich habe dies dann auch nochmals als Mail geschrieben. Ich hoffe nun das alles gut geht und ich mein Geld wieder bekomme. Nachdem was ich hier so lese, bekomme ich echt Angst

    • Hallo Nicole,
      ich habe gestern 450€uro in Reinbek in 5€uro Scheinen eingezahltund ausser einer Störungsmeldung nichts erhalten.
      Haben Sie Ihr Geld zurück erhalten?
      LG

  6. Auch mir ist das Gleiche passiert, allerdings im Kosovo. Der Pro Kredit Bank, welche allerdings auch eine Zweigstelle in Frankfurt hat. Ich wollte 200 Euro abheben, da ein Automat eine Fehlermeldung gab versuchte ich es am nächsten Automaten.
    Mir wurden daraufhin 2 x 200 Euro plus Gebühren auf meinem Konto belastet. Ich versuche nun schon seit 2 Monaten mein Geld wieder zu bekommen, leider erfolglos.
    Wer kann mir einen Tip geben.?

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