Letzte Chance für die Kirche, die nicht mehr gebraucht wird

Wird die Dreifaltigkeitskirche in der Neuen Straße zu Harburgs neuer Kultur-Oase? Mitglieder der Initiative SuedKultur und des Vereins StadtKultur Hafen möchten das Kirchenschiff und das angrenzende Gemeindehaus als Veranstaltungsort erproben. Die Verantwortlichen der Trinitatis-Gemeinde haben dem vorerst bis Februar 2019 befristeten Projekt zugestimmt. „Das ist der letzte Versuch, eine neue Nutzung für dieses Gebäude zu finden“, sagt Pastorin Sabine Kaiser-Reis, Vorsitzende des Kirchengemeinderates von St. Trinitatis.
Hintergrund: Nachdem sich die Dreifaltigkeits- und St. Johannis-Gemeinde 2006 zur St. Trinitatis-Gemeinde zusammengeschlossen hatten, wurden die meisten kirchlichen Aktivitäten in die St. Johannis-Kirche verlegt. Für die im Zweiten Weltkrieg zerstörte und 1963 wieder aufgebaute Dreifaltigkeitskirche wird seitdem eine neue Funktion gesucht. Bislang vergeblich. Das Gebäude wird nicht genutzt, der Unterhalt ist teuer.
Die mögliche Lösung: SuedKultur, der Zusammenschluss von über 40 Institutionen, Vereinen, Initiativen und Clubs aus dem Bezirk Harburg, wird in den kommenden Monaten mit Testbespielungen und Erkundungen erproben, für welche kulturellen Nutzungen sich die Dreifaltigkeitskirche gut eignet. Der Verein Stadtkultur Hafen ist an Konzeption und Durchführung des so genannten Projekts „3falt“ beteiligt. Der Quartiersbeirat des Fördergebiets Harburg Innenstadt/Eißendorf-Ost hat Fördermittel zur Verfügung gestellt.
„Das Kirchenschiff selbst verfügt bekannterweise über eine erstaunlich studioreife, gedämpfte Akustik, und eine Orgel ist auch noch vorhanden. 300 Besucher könnten dort alle Facetten der im Süden beheimateten Kulturaktiven an einem sehr zentral gelegenen Ort erleben“, erläutert Heiko Langanke (SuedKultur).

Die Lage ist
optimal für
einen
kulturellen Ort
Heiko Langanke
Initiative SuedKultur

Vorstellbar sind Film-, Tanz-, Theater-, Musik- und Diskussionsveranstaltungen sowie Lesungen und Tagungen. Langanke: „Der Bezirk Harburg verfügt über keinen ähnlich gelegenen Raum. Zudem ist die Lage optimal für einen kulturellen Ort: In Nähe der Harburger City mit Fußgängerzone, S-Bahn und Marktplatz, sowie in Nachbarschaft zur Ausgehmeile Lämmer
twiete.“
Am Sonnabend, 16. Juni, will die Initiative SuedKultur nun einen ersten Probelauf unternehmen. Ab 14 Uhr können kulturinteressierte Besucher erkunden, wofür das Gebäude besonders geeignet ist, was vielleicht geändert oder verbessert werden muss.

 

Kunst zum Ausleihen

In Artotheken wird gegen eine geringe Gebühr Kunst ausgeliehen: Bilder, Skulpturen, Grafiken meist regionaler Künstler. Im Bezirk Harburg könnte im Obergeschoss des ehemaligen Gemeindehauses der Dreifaltigkeitsgemeinde an der Neuen Straße jetzt die erste Hamburger Artothek entstehen.
Die Initiative SuedKultur, ein Zusammenschluss Kulturschaffender aus dem Hamburger Süden, beschäftigt sich seit einem Jahr intensiv mit diesem Projekt. Die Toepfer-Stiftung hat Unterstützung bei der Planung zugesagt,
An regionalen Künstlern fehlt es im Hamburger Süden nicht, wie etwa der seit 14 Jahren stattfindende Harburger Kulturtag verdeutlicht. Allein in der Galerie der Bücherhalle Harburg in der Eddelbüttelstraße wurden bislang in 451 Ausstellungen rund 11.520 Kunstwerke gezeigt. „Die Galerie war bis heute ununterbrochen belegt“, berichtet Bücherhallen-Mitarbeiter Andreas Patommel. „Die Nachfrage ist wesentlich größer als das Angebot.“
Am Sonnabend, 16. Juni, wollen die Artothek-Interessierten von SuedKultur nun ab 14 Uhr erkunden, ob und wie der Raum als Artothek nutzbar ist. Zugleich aber steht an dem Tag der gesamte Gebäudekomplex auch Besuchern zur Verfügung. So will die Artothek-Gruppe ganz praktisch zeigen, was es mit der Idee auf sich hat. Ausgestellt werden leihbare Bilder, Grafiken, Skulpturen und Fotos verschiedener Harburger Künstler. Sie könnten auch für zwei bis drei Monate in Privathaushalten, Kanzleien, Büros oder Arztpraxen hängen und würden danach „getauscht“.

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21073 Hamburg.
Stichwort: Kulturelles Zentrum

 

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