Von Wolfgang Wittenburg.

Kann man in vier Tagen herausfinden, ob man sich zum Unternehmer eignet? Genau das wollen 25 Schüler an der Stadtteilschule Süderelbe durch die Projektwoche „Campusunternehmer“ vom 25. bis 28 Juni erfahren. Bisher gehen die Berufsvorstellungen der 16- bis 18-Jährigen in Richtung kaufmännischer Bereich, Medizin, Sprachen, Jura und Architektur. Womöglich aber ist einer zum Unternehmer geeignet, ist ein „Futurepreneur“ – übersetzt: „Zukunftsunternehmer“ – darunter?
Neun Zwölftklässler und 16 Zehntklässler nehmen an dem Projekt teil, das auf Vorschlag des Straßensozialarbeiters René Clair, nach Absprache mit der Joachim-Herz-Stiftung, für die Schule gebucht worden ist. „Es freut uns sehr, dass wir unseren Schülern diese Projektwoche anbieten können.
Auch wenn sicher nicht jeder Boss werden wird, so ist es nicht verkehrt, bei jedem Einzelnen Eigeninitiative und Eigenverantwortung zu fördern. Auch sollen die Kernkompetenzen Kreativität, Problemlösen, Teamgeist, Durchhaltevermögen und Selbstbewusstsein gestärkt werden“, erklärt Tanja Hiermeier, Lehrerin für Deutsch und Geschichte/Gesellschaft sowie Koordinatorin für Berufs- und Studienorientierung.
Mehr als 70 Projekte hat der durch Spenden finanzierte „Futurepreneur e.V.“ bisher in Hamburg durchgeführt. Aktuell ist das erste in Neugraben-Fischbek. Der Kurs kostet 5.000 Euro.

Kreativität und Selbstbewusstsein können auch nicht
schaden, wenn man wie ich
Human-
Medizinerin werden möchte
Lina
Schülerin

Die Zuschüsse der Liebelt-Stiftung, des Projektes „Heimspiel für Bildung in Neuwiedenthal“ und des Stadtteilbeirates Neuwiedenthal decken unter anderem die Teilnahmegebühr von jeweils 25 Euro ab. Besonders gut finden die Schüler auch, dass der Kurs außerschulisch stattfindet, durch zwei ausgebildete Coaches in den Räumen des Ortsamtes Neugraben. Neben dem Erkennen von Stärken und Schwächen steht ein Unternehmer aus der Region Süderelbe Rede und Antwort und am Ende bekommt jeder Teilnehmer ein Zertifikat.
Erwartungsvoll sagt Schülerin Lina (17): „Ich freue mich darauf und denke, Kreativität und Selbstbewusstsein kann auch nicht schaden, wenn man wie ich Human-Medizinerin werden möchte.“
Ihr Mitschüler Abdullah (18) meint: „Ich möchte das Zutrauen gewinnen, ein Unternehmen selbst zu eröffnen und zu führen – und vielleicht eigne ich mich ja zum Bundespräsidenten.“

 

„Futurepreneur“ & Erfahrungsberichte

„Zukunft selbermachen“ hat sich der vor fünf Jahren gegründete, eingetragene Verein „Futurepreneur“ auf seine Fahne geschrieben und möchte Unternehmergeist und Tatkraft mit seinen Programmen wecken. Mehr als 2.000 Jugendliche haben sich bisher erprobt, 50.000 Ideen entwickelt und 700 davon real getestet. Mehr Informationen unter www.futurepreneur.de
Der letzte „Campusunternehmer“-Tag des neuesten Projektes ist am Donnerstag, 28. Juni, öffentlich. Dann berichten Schüler in der Aula der Stadtteilschule Süderelbe, Neumoorstück 1, von 14 bis 15.30 Uhr über ihre Erfahrungen.

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