dog with cane

Eigentlich hat Marco Moreno keine Angst vor Hunden. „Aber in letzter Zeit“, sagt der Wilhelmsburger, „gab es Situationen, da wurde selbst mir mulmig zumute.“ Regelmäßig ist Moreno im Park am Veringkanal (Dursun-Akcam-Ufer) mit seiner Tochter unterwegs. Für die Siebenjährige ist es gleichzeitig der Schulweg.

Vor etwa einem halben Jahr sei sie erstmals von einem freilaufenden Hund angesprungen worden, berichtet ihr Vater. Zwar habe dieser nicht zugebissen, doch der Schrecken war offenbar auch so groß genug. Zumal das Mädchen inzwischen zwei weitere, ähnliche Erfahrungen machen musste: Zwei Schäferhunde und einen Kampfhund hat Familienvater Moreno als Übeltäter identifiziert. „Mein Kind ist traumatisiert“, sagt er. Ein Schulfreund der Tochter sei letztens sogar von einem Vierbeiner ins Gesäß gebissen worden – auf eine Anzeige hätten die Eltern des Freundes jedoch verzichtet. Ingo Schwarz, Leiter der Abteilung für Prävention und Verkehr im Polizeirevier Wihelmsburg, bedauert dies.

„Wenn der Hundekontrolldienst Zeit hat, geht er auch Streife. Aber das kommt leider nicht oft vor …“

Sorina Weiland, Sprecherin Bezirksamt

„Es wäre hilfreich, die Betroffenen würden sich bei uns melden. Die Polizei geht solchen Hinweisen gerne nach. Bitte teilen Sie uns auch Ihre Beobachtungen mit. Zum Beispiel: Wie sah der Hund, wie der Halter aus? Das erleichtert uns die Arbeit ganz erheblich.“ Zwar sei das Dursun-Akcam-Ufer nicht als Schwerpunkt bekannt. „Aber seit Anfang Mai gehen bei uns vermehrt Meldungen wegen störender, nicht angeleinter Hunde ein. Das hat sicher auch mit dem sommerlichen Wetter zu tun“, so Schwarz.

Ebenfalls zuständig für solche Belange ist der Hundekontrolldienst – ein zurzeit acht Mann starkes Team vom Bezirksamt Mitte, das bei Verdachtsfällen hamburgweit tätig wird. „Priorität hat alles, was mit gefährlichen Hunden zu tun hat“, erklärt Amtssprecherin Sorina Weiland. Gegebenenfalls werde ein aggressives oder unerlaubt gehaltenes Tier schonmal eingezogen. „Wenn der Hundekontrolldienst Zeit hat, geht er auch Streife. Aber das kommt leider nicht oft vor“, räumt sie ein. „Ich setze den Park am Veringkanal jetzt ganz oben auf die Liste, damit die Leute dort nach dem Rechten sehen“, so Weiland.

Ärger mit Hunden

Nach Angaben der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) hat die Anzahl der Beißvorfälle in Hamburg innerhalb der vergangenen Jahre leicht abgenommen: So wurden für 2012 beispielsweise 217 Hundeattacken gemeldet, 2017 waren es hingegen nur noch 166 Beißvorfälle.

Für Wilhelmsburg wird keine gesonderte Statistik erhoben (Bezirk Hamburg-Mitte: Rückgang von 17 auf 14 Fälle). Die Zahl der Verstöße gegen das vor zwölf Jahren beschlossene Hamburger Hundegesetz ist jedoch deutlich angestiegen: Wurden 2012 noch 70 Ordnungswidrigkeiten festgestellt, so waren es 2017 bereits 203.

Überwiegend ging es dabei um das Fehlen von Versicherungs- und/oder Anmeldenachweisen, oder um verbotenerweise nicht angeleinte Hunde. Bußgelder werden laut Bezirksamt jedoch nur in Ausnahmefällen verhängt. „Man setzt auf die Einsicht der Hundehalter“, sagt Sorina Weiland.

Stark angestiegen ist ebenfalls die Anzahl der in Hamburg gemeldeten Hunde: Rund 60.000 Vierbeiner gab es im Jahr 2012, inzwischen sind es 80.000 – ein Drittel mehr als vor sechs Jahren.

Auslaufzonen

Insgesamt gibt es in Hamburg 125 Flächen, auf denen man seinen Hund auch ohne Leine laufen lassen darf. Dazu kommen weitere 104 Wiesen oder Plätze, die nur für gehorsamsgeprüfte Hunde zugelassen sind. Die größte Auslaufzone der Hansestadt befindet sich in Rissen: Das Areal „Waldpark Marienhöhe“ ist mit knapp 150.000 Quadratmetern ungefähr so groß wie 21 Fußballfelder.

Wilhelmsburg bietet seinen Vierbeinern mit zwei Auslaufzonen – eine am Ernst-August-Kanal (1.500 Quadratmeter), eine entlang der Rathauswettern (7.000 Quadratmeter, nur für geprüfte Hunde) – extrem wenige Möglichkeiten zum nicht-angeleinten Herumtollen.

 

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Stichwort: Leinenzwang

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