Von Niels Kreller.

Der amtierende König der Harburger Schützengilde hat viele Facetten. Sven Kleinschmidt ist zum Beispiel Marmstorfer. Und das nicht nur, weil er in diesem Teil Harburgs wohnt. Dort hat er auch sein Unternehmen, einen Service für Bestattungen, und dort liegt auch das elterliche Geschäft, das Floristikfachgeschäft Kleinschmidt.
Und dort, in Mamrstorf, liegen auch Kleinschmidts Schützenwurzeln. „Der Marmstorfer Schützenverein ist mein Heimatverein“, verrät der 46-Jährige. Deshalb ist das Wappen der Marmstorfer Schützen auf seinem Königsschild zu sehen, das nun die schwere Königskette der Schützengilde ziert.
Aber auch einem zweiten Verein gehört sein Herz – mit Freud und in diesem Jahr besonders viel Leid: dem HSV. Trotz des Abstiegs ist für Sven Kleinschmidt klar, dass er dem Fußballclub die Treue hält. Davon zeugt auch die große Fan-Wand im Partykeller seines Hauses, deren Herzstück ein großes Foto des Volksparkstadions ist. An der Wand gegenüber hängen Fotos mit Prominenten, die Kleinschmidt zufällig unterwegs getroffen hat. Darunter Charly Dörfel, Uwe Seeler und Lotto King Karl.
Ein zweites Hobby, das „Seine Majestät“ pflegt, hat ebenfalls einen Platz im Keller gefunden: Die Bar wird von einer ganzen Reihe von Polizei- und Feuerwehrmützen geziert. „Jede hat eine eigene Geschichte“, berichtet Kleinschmidt und nimmt eine aus dem Regal. „Die hier hat mir der Marmstorfer BüNaBe gegeben, nachdem er pensioniert wurde“, erzählt er schmunzelnd.

 

Der Marmstorfer Schützenverein ist
meine Heimat
Sven Kleinschmidt,
Gildekönig

Das vergangene Jahr hat Kleinschmidt ganz seinem Amt als König der Harburger Schützengilde gewidmet. Der Schütze aus dem Schießclub Scharnhorst hatte mit dem 1721. Schuss den goldenen Flügel des Gildevogels heruntergeholt. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Angela Bockelmann hat „Seine Majestät“ in seinem Königsjahr über 100 Veranstaltungen, teilweise vier an einem Wochenende, besucht.
Darunter die Schützenfeste und Königsbälle der umliegenden Schützenvereine, den Neujahrs-empfang des Senats und natürlich seinen eigenen Königsball, den Winterball der Schützengilde im Privathotel Lindtner. „Es hat Spaß gemacht, so viele andere Vereine kennenzulernen“, erinnert sich Kleinschmidt gerne an die vielen Gelegenheiten zurück. Klar: Der eigene Königsball ist immer ein Highlight. „Aber auch das Ausrufen des neuen Vogelschießens im Gemeindehaus der katholischen Kirche St. Maria war ein bewegender Moment.“
Mittlerweile ist Sven Kleinschmidt auch Mitglied der Deputation, also des Vorstands der Gilde. Nicht weil er ihr König geworden ist. „Ich wäre auch ohne die Königswürde in die Deputation gegangen. Ich habe viele aus der Gilde neu und alte Bekannte intensiver kennengelernt“, so Kleinschmidt. „Bevor ich König wurde, kannte ich zwar die Gilde, aber nicht alle Veranstaltungen. Und die vielen Gruppen in die man eingeladen wird.“
Für seinen Nachfolger hat ein paar Tipps für dessen Königsjahr: „Man sollte sich nicht verstellen. Einfach feiern und das Leben weiterleben. Sich nicht verdrehen, um anderen zu gefallen, sondern so bleiben, wie man ist. Dann läuft das alles von ganz alleine.“ Auch vor den vielen Terminen brauche man keine Angst haben. „Es war jedes Mal wieder toll loszugehen, gute Gespräche zu führen neue Menschen kennenlernen.“

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