Andreas Göhring/Olaf Zimmermann.

Neugraben.

In der DRK-Kita Am Plaggenmoor am Rand der Neubausiedlung Vogelkamp sollen Kinder von Erziehern schikaniert worden sein. Die Kita-Aufsicht der Sozialbehörde ist informiert, am 14. Mai wurde eine Prüfung eingeleitet. „Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen“, teilt Behördensprecher Marcel Schweitzer mit.
Einige Vorwürfe: Ein Kind soll kein Essen bekommen haben, ein anderes habe sich zur Strafe in die Ecke stellen müssen, andere Kinder seien angebrüllt und eingeschüchtert worden. Ob das alles stimmt, ist nicht geklärt. Zum Teil steht Aussage gegen Aussage, zum Teil soll es persönliche Animositäten beim Kita-Personal, aber auch zwischen einzelnen Erzieherinnen und Eltern geben.
„Bei der Kita-Aufsicht sind Beschwerden von Eltern verzeichnet“, so Marcel Schweitzer (Sozialbehörde), „auch haben sich Personen gemeldet, die Vorfälle zu bezeugen.“
Inzwischen hat das DRK zwei Kita-Mitarbeiter freigestellt. „Am 30.5. haben wir uns im Einvernehmen mit der Kita-Aufsicht entschieden, im Sinne des Kinderschutzes zwei Mitarbeiter aus der Kita Plaggenmoor freizustellen. Der Schritt erfolgt, da derzeit nicht sicher auszuschließen ist, dass die Kinder durch Fehlverhalten dieser Mitarbeiter gefährdet werden könnten“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Harald Krüger.
Am schnellsten hat die Harburger Politik reagiert. Sofort nach Erscheinen des des ersten Berichts beschloss die Bezirksversammlung ohne Gegenstimmen einen Dringlichkeitsantrag, mit dem Vertreter der Sozialbehörde, des Bezirksamts und des DRK aufgefordert sind, die Vorwürfe am heutigen Mittwoch, 6. Juni, im Jugendhilfeausschuss zu klären. „Erst dann können wir entscheiden, welche Konsequenzen gezogen werden müssen“, sagt die SPD-Bezirksabgeordnete Beate Pohlmann.
In den sozialen Medien wie Facebook werden die DRK-Mitarbeiter bepöbelt. Mehr noch: „Vereinzelt gibt es sogar Morddrohungen“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Harald Krüger.
Derzeit werden in der Kita Plaggenmoor 71 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren betreut. Harald Krüger: „Bislang wurde ein Kind abgemeldet, ein weiteres Kind soll in einer anderen DRK-Kita weiter betreut werden.“

Hintergrund

„Sowohl generell bei der Planung einer Kita – als auch bei gemeldeten Hinweisen während des laufenden Kita-Betriebs kann die Kita-Aufsicht tätig werden“, erläutert Sozialbehördensprecher Marcel Schweitzer. „Grundsätzlich aber nur, wenn uns Hinweise gemeldet werden. Ein regelmäßiges ‘unter die Lupe’ nehmen gibt es noch nicht. Dagegen haben sich die Kita-Träger bislang immer gewehrt.
Wir haben dieses Thema aber wieder eingebracht in laufende Verhandlungen. Diese sind aber noch nicht abgeschlossen

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