Franziska K. (Name geändert) hört Stimmen. Stimmen, die es nicht gut mit ihr meinen. Sie sagen, dass die Nachbarn sie vergiften wollen. Sie sagen, dass Franziska einen Toaster mit in die Badewanne nehmen soll. Franziska hat panische Angst, aber sie kann diesen Stimmen auch nicht entkommen. Sie ist an einer Psychose erkrankt. Für eine Weile helfen Franziska der Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik und Medikamente. Dann geht das Karussell wieder von vorn los.
Doch auch die Eltern, Geschwister, Kinder oder Partner von Menschen wie Franziska brauchen Unterstützung. Oft versuchen sie jahrelang ihre Angehörigen zu schützen, ihnen zu helfen. Wenn eine Depression oder andere psychische Erkrankung über eine Familie hereinbricht, gerät das Gefüge schnell an seine Grenzen. Genau solche Situationen hat Angelika Knoche über viele Jahre im Freundeskreis miterlebt. „Es ist das pure Grauen, Eltern zu sehen, die nur das Beste für ihre Kinder wollen und in dem Kampf, die Kinder in Krisen zu beschützen, selber untergehen“, sagt die 64-jährige Harburgerin.
Angelika Knoche engagiert sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für Senioren und hat in der Uniklinik Eppendorf eine einjährige Ausbildung als Angehörigenbegleiterin absolviert. Jetzt geht sie noch einen Schritt weiter. Sie hat eine Selbsthilfegruppe für Menschen gegründet, die einen psychisch erkrankten Angehörigen haben.
„Bei meiner Freundin habe ich gesehen, mit wie viel Scham das Thema behaftet ist“, berichtet Angelika Knoche. „Dabei ist es doch so wichtig, dass man mal reden kann. Dass man das Gefühl hat, nicht allein zu sein. Viele Angehörige haben Schuldgefühle, dass sie nicht genug getan haben, ihre Kinder oder Partner zu schützen.“ In der Gruppe finden die Angehörigen einen geschützten, vertraulichen Ort. Sie sollen durch die Gespräche entlastet werden und „vielleicht einen anderen Blickwinkel
entdecken,“ wünscht sich Angelika Knoche.
Die Selbsthilfegruppe trifft sich jeden ersten Montag im Monat im Treff am Lüneburger Tor 4, 2. Etage, jeweils von 16.30 bis 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Wer weiter Fragen hat, kann sich an Angelika Knochen wenden unter Tel. 0157 / 54 39 44 86.

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