Das „Elv“ wird seit fünf Jahren zu neuer Blüte geführt. Foto: kroll

Oliver Kroll, Hamburg West
Elv ist Plattdeutsch und bedeutet Elbe. Bis vor fünf Jahren das unterhalb der Elbschlossresidenz gelegene Restaurant öffnete, war das weithin unbekannt. Nur Liebhaber der plattdeutschen Sprache und Teilnehmer eines entsprechenden Volkshochschulkurses
nicken eifrig mit dem Kopf, wenn sie nach Elv gefragt werden.
Dabei passt dieser Name zum Lokal hervorragend. Denn schon vor hundert Jahren war es ein beliebtes Ausflugsziel. Eine Zeit also, in der Plattdeutsch zum Alltag gehörte wie heute die Containerriesen auf der hier zum Greifen nahen Elbe.
Dabei verfügt das „Elv“ über ein Plus, wie nur ganze wenige Restaurants entlang des Elbufers: Direkt an das Restaurant grenzt ein zum Lokal gehörender Parkplatz. So können auch solche Gäste am gedeckten Tisch in Wassernähe sitzen, die weniger gut zu Fuß sind. Erreichbar ist dieser Parkplatz auf direktem Weg von der Elbchaussee aus. Es gbt ein weiteres Plus: Wenn bei gutem Wetter die Gäste in großer Zahl an die Sonne strömen, findet der Besucher hier zu allermeist einen freien Platz. Mit Wolldecke im Sand sitzen gehört hier nicht zum guten Stil. Wer sich also mit seinem Restaurantbesuch schmücken möchte, wird ein anderes Lokal wählen müssen.
Wer aber ein wenig Historie schnuppern möchte, sitzt hier richtig. Denn die Elbschloss-Brauerei, 1997 wurden die letzten Brauerei-Teile nach Rumänien verschifft, nutzte einst das unterhalb der Brauerei gelegene Gelände zum Verladen von Bier, das auf Barkassen und Elb-Linien-Schiffe in die umliegenden Gebiete gebracht wurden.

Touristen und Nienstedtener genießen die Aussicht

Später entstand an dieser Stelle ein Reetdach-Haus. Betrieben wurde das damalige „Restaurant & Café Elbschloss Pavillon“ von Heinrich Onken.
Das Reetdach brannte ab, die Besitzer wechselten. Bis im Jahr 2013 eine neue Ära begann. Durch Um- und Anbau entstand so ein Magnet für Touristen und Anwohner des nahe gelegenen Nienstedtens.
Das neue Konzept, so Inhaber Vullnet Rusani nach der Wiedereröffnung, „soll Jung und Alt gleichermaßen ansprechen“.
Der Blick auf Boote, Yachten und Frachter ist garantiert. Besonders sei hier die Galerie mit Balkon empfohlen. Für einen kulinarisch erlebnisreichen Besuch sorgt ein Koch, der sein Metier versteht. Die Speisekarte wird dem Namen „Elv“ wie der fantastischen Lage gerecht. Die Fischkarte reicht von süß-sauer eingelegten Bratheringen und Bratkartoffeln über Hamburger Pannfisch mit Dijon-Senfsauce, Dorade im ganzen gegrillt mit geschmorten Cherrytomaten bis hin zum Zanderfile auf Avocado-Tomaten-Ragout und Rosmarinkartoffeln. Klassisch, mediterran verfeinert, sind auch die Fleischgerichte wie Roastbeef, Wiener Schnitzel und Rib-Eye-Steak.
Klassisch-raffiniert die Küche, ein garantierter Blick auf ein sich ständig wechselndes Bild auf der Elbe – ein Erlebnis.

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