Die Fans an der Otto-Ernst-Straße halten den Atem an: Sophie Fischer (GTHGC) nimmt Maß, kann die Kugel aber nicht zum 3:3-Ausgleich im Gästetor unterbringen. Foto: ponik

Der langanhaltende Applaus der rund 250 Fans, die am Sonntagmorgen auf ein Hockeywunder gehofft hatten und ihrem Team für eine couragierte Leistung dankten, konnte die Tränen nicht stoppen. Nach der 2:3-Niederlage gegen den Tabellenersten Club an der Alster brachen bei den Spielerinnen des Großflottbeker THGC auf der eigenen Anlage an der Otto-Ernst-Straße alle Dämme. Der Abstieg war besiegelt, die Traurigkeit darüber groß.
In der Tat waren die Gastgeberinnen, denen im Kampf um den Klassenerhalt nur ein Sieg geholfen hätte, von Beginn an mit viel Herz und Einsatz bei der Sache. Das Führungstor für die überlegenen Gäste nach einer kurzen Ecke konnte der GTHGC aber trotzdem nicht verhindern. Ans Aufgeben dachte aber niemand. Und als Lisa Steyrer die erste und auch einzige echte Torgelegenheit nutzte und den Rückstand auszugleichen, schnupperte die Mannschaft von Michael Behrmann und Malte Pingel wieder ein bisschen Morgenluft.

Obwohl Alster im dritten Viertel nach zwei weiteren verwandelten Strafecken auf 3:1 davonzog, kämpften die Flottbekerinnen weiter verbissen um jeden Ball und wurden prompt belohnt. A-Nationalspielerin Amelie Wortmann traf nach einem Konter zum 2:3. Wenig später hatte Sophie Fischer gar den Ausgleich auf dem Schläger, doch Alsters bereits geschlagene Torfrau hatte Glück, dass ein Abwehrschläger das mögliche 3:3 verhinderte. Am Ende waren alle Mühen umsonst, der drohende Abstieg leider nicht mehr abzuwenden.
„Ich wollte hier nach fünf erfolgreichen Jahren, in denen wir auf dem Feld und in der Halle den Aufstieg in die 1. Liga geschafft haben, nicht als Absteiger aufhören. Das tut mir vor allem für die Mädchen leid!“, sagte der scheidende Michael Behrmann nach dem Abpfiff. Die entscheidenden Punkte hatten die Flottbekerinnen zuvor in den Spielen gegen Mitabsteiger Raffelberg und den TSV Mannheim, in denen jeweils trotz klarer Überlegenheit nur ein Remis glückte, liegen lassen.
Nur zehn Minuten nach Spielschluss gab sich Großflottbeks Mannschaftskapitänin aber schon wieder kämpferisch: „Wir werden jetzt zusammenhalten und alles daran setzen im nächsten Jahr in die 1. Bundesliga zurückzukehren“, sagte Franziska Schwab unter dem Jubel der Zuschauer.
Da auch Co-Trainer Malte Pingel („Ich möchte nach 16 Jahren Trainerjob jetzt mal Pause machen und mehr Zeit für meine Familie haben“) nicht mehr zur Verfügung steht, hat Alexander Otte die Aufgabe übernommen, das Team zukünftig zu coachen. Dem Flottbeker Eigengewächs und Ex-Nationalspieler, der zuletzt die TG Heimfeld als Spielertrainer in die 2. Liga geführt hatte, ist durchaus zuzutrauen, den Traum seiner neuen Spielerinnen wahr werden zu lassen und mit dem GTHGC im nächsten Jahr ins Bundesliga-Oberhaus zurückzukehren.

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