Sie wollen jungen Flüchtlingen eine Berufsperspektive verschaffen: Gabi Schultz und Peter Klemme von der „Werkstatt ohne Grenzen“. Foto: cvs

In den Räumen der „Werkstatt ohne Grenzen“ am Veringhof wird eifrig gesägt, gehämmert und gewerkelt. Eine Gruppe junger Leute montiert einen selbst entworfenen Esstisch zusammen, andere Teilnehmer bearbeiten die Oberfläche eines alten Sportboots mit der Schleifmaschine. Im Anschluss soll das reparaturbedürftige Wasserfahrzeug eine neue Lackierung bekommen.
Nawid (33), Flüchtling aus Afghanistan, ist seit zwei Jahren in Deutschland. In der „Werkstatt“ hat er eine neue Heimat gefunden. „Hier kann ich mich ausprobieren“, erklärt er. Ursprünglich hat Nawid Lkw-Mechaniker gelernt – inzwischen gefällt ihm die Arbeit mit Holz am besten. „Ich möchte eine Ausbildung als Tischler machen“, sagt er.
Die „Werkstatt ohne Grenzen“ ist Anfang 2018 aus einer Initiative des Wilhelmsburger Vereins „Die Insel hilft“ hervorgegangen. Der Verein ist auch der Träger des Projekts. Dreimal wöchentlich – jeweils für drei Stunden – werden hier junge Geflüchtete auf die Anforderungen des deutschen Arbeitsmarkts vorbereitet.
In den Werkstätten der Einrichtung lernen die Teilnehmer den Umgang mit Tischkreissäge, Ständerbohrmaschine, Punktschweißgerät und Lötkolben kennen. Im Theorieunterricht wird das nötige deutsche Fachvokabular vermittelt. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessenten müssen lediglich ihren Ausweis mitbringen. Über maximal ein Jahr erstreckt sich die Förderhilfe pro Teilnehmer. Finanzielle Unterstützung kommt vom Bezirksamt Mitte.
Das Betreuungsverhältnis ist gut: Drei Anleiter unterrichten zurzeit sechs Teilnehmer. „Zu Beginn müssen sie häufig erstmal sich selbst finden“, erklärt Peter Klemme, technischer Projektleiter und hauptberuflich Lehrer für Arbeitslehre an der Stadtteilschule Wilhelmsburg. Ihr „Meisterstück“ haben die jungen Handwerker jedenfalls gerade erst abgeliefert: Zusammen haben sie einen über 60 Jahre alten Traktor repariert und neu lackiert.
Das Projekt richtet sich auch an junge Deutsche, die zum Beispiel Schule oder Ausbildung abgebrochen haben und jetzt einen Neuanfang suchen. „Für die Geflüchteten ergibt sich der große Vorteil, dass sie dadurch besser Deutsch lernen können“, sagt Projektleiterin Gabi Schultz. Alle im Projekt, erklärt Schultz mit Überzeugung, seien wirklich „hoch motiviert“.

Kontakt
Werkstatt ohne Grenzen

Am Veringhof 11-13
21107 Hamburg
Tel. 0172/599 63 05
E-Mail: kontakt@werkstatt-ohne-grenzen.de

Anfahrt:
S3/S31 bis Bahnhof Veddel,
Bis 13 Richtung Kirchdorf Süd bis Haltestelle Mannesallee, dann fünf Minuten Fußweg

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