Seit Oktober 2017 hat Robert Hille die kaufmännische Geschäftsführung der Stäitsch Theaterbetriebs GmbH übernommen. Foto: sl

Musiker und ganz besonders solche, die Geige spielen, sind Menschen, die harmonische Töne lieben und die Widrigkeiten des Alltags schon mal von einem Elfenbeinturm aus betrachten. Über dieses Klischee hat sich Robert Hille schon als ganz junger Mann geärgert. „Auch Musiker müssen ihre Miete bezahlen“, sagt der heute 42-Jährige. „Wenn man nicht gerade in einem großen Orchester verbeamtet ist, macht es schon großen Sinn, auch etwas von Marketing und Betriebswirtschaft zu verstehen.“
Weil der gebürtige Rissener immer beides wollte, Geige spielen und Zahlen verstehen, hat er an den Musikhochschulen in Saarbrücken und in Rostock Musik- und Kulturmanagement studiert.
Violine hat er so gut gespielt, dass er Mitglied in der Jungen Deutschen Philharmonie wurde. Gleichzeitig hatte er aber auch als Mitglied des Orchestervorstands und als Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (ASTA) immer das Große im Blick. Es folgten Stationen als Dozent an der Uni in Rostock und später als Geschäftsführer der Hamburger Camerata, des bekannten Kammerorchesters.
Aber weil beide Berufe viel Einsatz verlangen, hat sich Robert Hille jetzt doch für einen entschieden: Seit Oktober 2017 ist er kaufmännischer Geschäftsführer der Stäitsch Theaterbetriebs-GmbH. Er unterstützt damit Intendant Axel Schneider in der Leitung der Hamburger Kammerspiele, des Harburger Theaters, des Altonaer Theaters sowie des Bergedorfer Theaters. Mit allen Schauspielern sind das rund 200 Menschen, die hinter all diesen Häusern stehen.
„Ich habe zwar nicht mehr viel Zeit, Musik selber zu machen, aber ich gehe immer noch leidenschaftlich gern in Konzerte, in die Oper und natürlich in die Stücke, die wir selber auf die Bühne bringen“, sagt Robert Hille.
Seit Sommer letzten Jahres ist er verheiratet und freut sich sehr, dass sein Lebensmittelpunkt nach Stationen in ganz Deutschland jetzt wieder in Hamburg liegt. Gefragt nach seinem Lieblingsplatz in Hamburg nennt der begeisterte England-Fan spontan den Ohlsdorfer Friedhof. „Dort gibt es ein Gräberfeld für Soldaten des Commonwealth. Da herumzulaufen, ist Geschichte pur erleben.
Gepflegt wird das Ganze von britischen Gärtnern. Ich finde es dort zu jeder Jahreszeit so schön, dass ich auch alle auswärtigen Besucher dort hinschleppe“, erklärt Robert Hille lächelnd.

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here