Gegner des Nachbarschaftsgartens: Bernhard Wegner, Burkhard Wunsch und Horst Schlösser (v.l.). Foto: wegner

Andreas Göhring, Süderelbe
Die Idee klingt nach einem friedlichen Miteinander: Auf einer Grundfläche zwischen Gerdauring und Luhering mitten in Neuwiedenthal soll ein „Nachbarschaftsgarten“ angelegt werden. Dort können Anwohner gemeinsam Beete anlegen, sich gemeinsam darum kümmern, dass da nichts aus dem Ruder läuft oder sie können sich in „ihrem“ Garten auf einen Klönschnack treffen.
Der „Nachbarschaftsgarten“ ist ein Projekt des „Rahmenprogramms integrierte Stadtteilentwicklung“ (RISE), die Lawaetz-Stiftung kümmert um die Organisation. Insgesamt sind für das Gartenprojekt 38.000 Euro bewilligt worden.
Doch das friedliche Miteinander ist von vornherein getrübt. Erst haben sich ein paar Anwohner zusammengetan und das Projekt kritisiert, inzwischen haben sie sogar schon mehr als 100 Unterschriften gegen einen „Nachbarschaftsgarten“ in ihrer Nachbarschaft gesammelt. „Die Grünflächen, die wir haben, sind für die Kinder der Anwohner, die vielen Hunde und dann auch noch dieses Projekt viel zu klein“, sagt Burkhard Wunsch aus dem Gerdauring. „Das riesige Gelände vor dem riesigen Spielplatz am Rehrstieg ist wesentlich besser geeignet.“ Es sei weit genug von den Wohnhäusern entfernt, außerdem gebe es dort schon Toiletten und Wasseranschluss.
Außerdem fühlen sich die Anwohner schlecht informiert. „Bei den Treffen mit den Leuten vom Stadteilbüro ging es zu wie im Kindergarten“, sagt Bernhard Wegner, ebenfalls aus dem Gerdauring. „Es wurde viel gelacht und lamentiert, aber was da genau geplant ist, wissen wir immer noch nicht.“
Bettina Zech, Sprecherin des Bezirksamts, kann die Kritik nicht nachvollziehen. Der geplante „Nachbarschaftsgarten“ biete eine Plattform „für unterschiedliche Gruppen, Institutionen und für alle Nachbarn, sich direkt vor der Haustür an der Gestaltung des Stadtteils zu beteiligen“. Es gebe regelmäßige Treffen im Stadtteilbüro, es gebe einen Infobrief und man könne auch alle Informationen im Internet nachlesen. Wer noch skeptisch ist, kann an einer Bustour zu bereits bestehenden „Nachbarschaftsgärten“ in Hamburg teilnehmen. Geplant ist sie für Mittwoch, 13. Juni, 15 Uhr. Nähere Infos im Stadtteilbüro im Rehrstieg 20.

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