So sah es auf dem Spritzenplatz am Festivalwochenende der Altonale im vergangenen Jahr aus. Foto: thomas panzau

Horst Baumann, Altona
Wer beginnt?
Am Freitag, 1. Juni, werden die ersten Künstler am Festivalzentrum, am „Palast der Republik“ zu sehen sein. Das beliebte internationalem Festival der Straßenkünste (Stamp) findet ebenfalls im Rahmen der Altonale statt. Am Sonntag, 3. Juni, ist die Stamp-Parade ab 15 Uhr zu sehen. Sie startet am Bruno-Tesch-Platz und endet am Platz der Republik. Die Choreografinnen Rica Blunck und Patricia Carolin Mai haben gemeinsam einen Tanzschritt entwickelt, der bei der Stamp-Parade getanzt werden kann. „Wenn viele mitmachen, wird das in die Richtung eines Flashmobs gehen“, sagt Anja Dunkel vom Haus Drei.

Die Zahlen.
450.000 Besucher werden an den 17 Festivaltagen erwartet. Damit ist die Altonale das größte Kulturfestival in Norddeutschland. Es gibt mehr als 200 Einzelveranstaltungen in den Bereichen Literatur, Film, Kunst, Theater, Musik und Tanz sowie Floh-, Kunst- und Designmärkte und zum Finale das Altonale Festivalwochenende, das nicht mehr als „Straßenfest“ firmiert. Dort stellen sich vom 15. bis 17. Juni mehr als 100 Vereine und Organisationen auf der Friedensallee und der Bahrenfelder Straße vor.

Keine Partnerstadt, aber internationale Künstler.
Die Altonale hat stattdessen einige Künstler aus dem Ausland zu Gast. Seit einigen Wochen geht der Franzose Franck Gérard durch Altona und St. Pauli, um die Menschen dort zu fotografieren. Mit seinem 40-Millimeter-Objektiv fällt er kaum auf, wenn er Straßenszenen festhält. „Ich bin schnell wie ein Räuber“, sagt der renommierte Fotograf aus Nantes. Die Ausstellung von Gérards Bildern wird am Mittwoch, 6. Juni, um 18 Uhr im Künstlerhaus Frise, Arnoldstraße 26-30, eröffnet.

Festivalzentrum bleibt.
Weil der Anlaufpunkt am „Palast der Republik“ 2017 so gut ankam, bleibt er dort das gesamte Festival von 12 bis 24 Uhr geöffnet, an den Wochenenden von 10 bis 24 Uhr.

Ungewöhnliche Orte.
Im vergangenen Jahr gab es die Reihe „[NOT] at home“ erstmals, damals in den leeren Hallen des einstigen OBI-Baumarktes. Nun ist die Asklepios Klinik Altona vom 5. bis 12. Juni Gastgeber. Dort läuft die Gruppenausstellung „15ter Stock“ von Hamburger Künstlern. Am Dienstag, 5. Juni, 20.30 Uhr, feiert das Stück „Draußen vor der Tür“, als konzertantes Zweimann-Kabarett von Weinand & Engelbach, Premiere im 15. Stock.

❱❱ Altonale 20, 1. bis 17. Juni, gesamtes Programm unter www.altonale.de

Veranstaltungen künftig ohne Eintritt,
Gäste zahlen, was ihnen das Festival wert ist

Die Altonale geht bei ihrer 20. Auflage neue Wege, die Geschäftsführerin Heike Gronholz als „sehr mutig“ beschreibt. Bislang zahlten Besucher bei ausgewählten Veranstaltungen Eintritt, künftig gibt jeder am Eingang zu Lesungen, Konzerten und anderen Events soviel er mag. Dafür bekommt der Unterstützer ein Band, das der Slogan „Ich mach Altonale!“ ziert.
Die Altonale-Macher kennen kein anderes Festival in Deutschland, das diesen Weg in letzter Konsequenz geht. „Eine Kulturrevolution“, formulierte es Gerhard Fiedler, der künstlerische Leiter. Man wolle die 450.000 Besucher an der Finanzierung „teilhaben“ lassen, so Gronholz.
Das 17-tägige Festival deckt seinen 900.000 Euro Etat zu einem kleinen Teil durch eine Förderung von Bezirk und Kulturbehörde in Höhe von 100.000 Euro. Die restlichen 800.000 Euro müssen durch Sponsoren und die Vermietung der Altonale-Stände jedes Jahr von neuem reingeholt werden. Keine große Hilfe waren dabei bislang die Eintrittsgelder, die mit 20.000 Euro zu Buche schlägt. „Mit dem neuen Modell wollen wir uns etwas unabhänger von der kommerziellen Vermarktung machen“, so Gronholz.
Wenn die „Mach es möglich!“-Idee bei den Besuchern gut ankommt, könnten Mehreinnahmen dazu verwendet werden, „Verluste und Darlehen, die die Altonale seit Jahren mit sich rumträgt, abzubauen“, wird Heike Grohnholz im aktuellen Programmheft zitiert.

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