Der „Posttrog“ neben dem heutigen S-Bahnhof Diebsteich. Foto: mg

Der alte „Posttrog“ Langenfelde liegt auf einem Gelände der Bahn. Sie will das Biotop zuschütten lassen, wenn die Bauarbeiten für den neuen Fernbahnhof am Diebsteich beginnen. Dort wächst die die Nelken-Haferschmiele, die auf der „Roten Liste“ der Pflanzen steht, deren Artenvielfalt in Hamburg gefährdet oder stark gefährdet ist. Insgesamt 34 Vogelarten sind dort zu finden, darunter mit Teichralle und Haussperling zwei, die auf einer bundesweiten Vorwarnliste für gefährdete Arten stehen. Das Eisenbahnbundesamt hat den Bau des Bahnhofs genehmigt, aber zunächst keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt. Unter anderem auf das Fehlen der UVP hatte sich der ökologische Verkehrsclub Deutschlands in seiner Klage gegen die Erlaubnis bezogen. Bei den Klägern flatterte relativ rasch die ergänzende Prüfung der Umweltbelange ins Haus – die Bahn hatte sie schon länger vorbereitet, das Amt sie offenbar nicht für nötig erachtet.
Für den Verkehrsclub, der laut Vorstandsmitglied Rainer Schneider die Klage als letztes Mittel sehr ungern gewählt hat, war dies zunächst eine gute Nachricht. Jetzt wird es vor dem Verwaltungsgericht darum gehen, ob die vorgeschlagenen Ausweichflächen im Naturschutzgebiet Wittmoor und in Rissen einer Überprüfung durch die Richter standhalten. Laut „taz“ kritisierte der Nabu Hamburg, dass diese Flächen zu weit vom Ort des Eingriffs entfernt lägen.

Ein neuer Teich dient als Laichplatz für Kröten.

Im Langenfelder Biotop hat sich aber bereits seit einigen Wochen etwas getan. Auf Anregung der Stellinger SPD-Abgeordneten Monika Rüter hat die Bahn vor einigen Wochen einen Teich anlegen lassen, um einen neuen Laichplatz für die bislang im Posttrog beheimateten Kröten zu schaffen. Offenbar mit Erfolg: „In dem neu angelegten Teich haben die Tiere inzwischen eine provisorische Heimat gefunden“, freut sich Rüter.
Das neue Paradies für Kröten grenzt direkt an die Parzellen des Kleingartenvereins Sandkuhle. Neben Teichpflanzen sind in dem Gewässer auch viele Weidenkörbe und Rohrmatten zu finden. „Mittlerweile tummeln sich in dem Gewässer hunderte kleiner Kaulquappen“, so Monika Rüter.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here