„Wenn sich nichts ändert, dann verschwinden wir“: Die Elftklässler aus Eidelstedt bei den Proben Foto: pr

Ida Polevsky, Eidelstedt
Artensterben, Kriege, Fremdenfeindlichkeit: Die Schüler der elften Klasse der Stadtteilschule Eidelstedt scheuen sich nicht davor, Missstände in der Gesellschaft anzusprechen. Ganz im Gegenteil. In dem von ihnen selbstgeschriebenen Stück „Nicht in unserem Namen“ wollen die Jugendlichen den Zustand, in dem sich unsere Welt befindet, nicht länger hinnehmen. Sie konfrontieren die Erwachsenen und drohen: „Wenn sich nichts ändert, dann verschwinden wir!“
Den Bezug zu aktuellen Themen fand auch der aus dem Deutschen Schauspielhaus und durch zahlreiche Fernsehrollen (etwa „Polizeiruf 110“) bekannte Schauspieler Edgar Selge sehr interessant. Er hat der Theatergruppe deshalb sein Preisgeld des mit 1.000 Euro dotierten Rolf Mares-Preises gespendet (das Elbe Wochenblatt berichtete). Eine Summe, die weit über dem Schulbudget für Theaterprojekte liegt.

„Noch wissen wir nicht genau wohin mit dem Geld. Aber Edgar Selge hat es uns zur freien Verfügung gestellt. Und erstmal werden davon jetzt die Kostüme gekauft“, sagt Kirsten Kruzek, die Theaterlehrerin. Sie ist mit Herzblut dabei, wenn es darum geht mit den 23 Schülern das Stück einzustudieren.

Am 14. Juni wird das Stück in Eidelstedt aufgeführt

„Jetzt noch einmal. Du musst wütender dabei aussehen“, ruft sie energisch zur Bühne hoch. Noch müssen die meisten immer wieder einen raschen Blick auf den Textzettel in der Hand werfen. Aber man merkt, alle sind voller Konzentration und Motivation dabei.
Nur über das Ende herrscht noch Unklarheit. „Vielleicht eine Reise in die Zukunft, die zeigt, wie böse der Umgang mit der Erde enden wird“, ist nur einer der vielen Vorschläge. „Das ist eure Hausaufgabe, euch darüber Gedanken zu machen“, bestimmt Kirsten Kruzek.
Noch ist auch etwas Zeit bis das Stück endgültig fertig sein muss. Aufgeführt wird „Nicht in unserem Namen“ am 14. Juni um 19 Uhr in der Pausenhalle der STS Eidelstedt, Lohkampstraße 145. Edgar Selge wird der Aufführung persönlich beiwohnen und wird dann gemeinsam mit den anderen Zuschauern miterleben, für welches Ende sich die Schüler entschieden haben.

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