Vier Ortswechsel: Die Bücherhalle befand sich auch schon einmal in einem früheren Kino. Foto: pr

Früher hieß sie „Volksbücherei“, jetzt schlichter „Bücherhalle Finkenwerder“: Diese öffentliche Bücherei gibt’s seit 150 Jahren. Tatsächlich ist sie damit die älteste Hamburger Stadtteilbibliothek. Mitarbeiter und Verantwortliche wollen das bis zum 26. Mai mit den Nutzern feiern (siehe Infotext). Dabei wird auch Prominenz anreisen: Volksschauspielerin Sandra Keck und Rolf Zukowski feiern mit.
Damals, im Jahr 1868, wollte Pastor Friedrich Wilhelm Bodemann, dass auch das einfache Volk leichter Zugang zu erbaulichen Schriften finde. Er gründete die „Volksbücherei auf Finkwarder“ zunächst im Lehrerzimmer der Aueschule: Dort konnten Schüler, aber auch andere Leser, Bücher ausleihen – damals keine Selbstverständlichkeit.
Aus dieser sehr übersichtlichen Lesestelle ist inzwischen eine moderne Bücherei geworden.  Mehrfach packte man die Bücherkisten, musste umziehen, unter anderem ins frühere Kino – heute ein Supermarkt. In den aktuellen Räumen in der Ostfrieslandstraße 5 findet man die Bücherei schon seit den 1970er-Jahren.

Die meisten Nutzer kommen, wenn Personal da ist

Heute kann man nicht nur Bücher, sondern auch alle anderen Medien – Hörspiele und
-bücher, Musik, Spiele – lesen, ausleihen, spielen. Neuerdings geht das sogar, wenn keine Mitarbeiter da sind: „Open Library“ heißt das auf Neudeutsch: Auch mittwochs und sonnabends können erwachsene Büchereinutzer von 8 bis 20 Uhr mit ihrer Karte die Tür öffnen, Medien ausleihen, zurückbringen, PCs und Internet nutzen oder einfach nur Zeitung lesen. „Das Angebot wird gut genutzt“, sagt Bücherhallen-Leiterin Christina Neustadt.
Doch die meisten Nutzer kommen immer noch lieber, wenn dienstags und donnerstags von 11 bis 13 und 14 bis 18 Uhr Fachleute vor Ort sind: Vier Mitarbeiter auf gut 1,5 Personalstellen bemühten sich im vergangenen Jahr im um die 40.000 Besucher, die rund 60.000 Medien ausliehen.
Am Personal wurde bisher durch die „Open Library“ auch nichts eingespart, „Das ist ein Zusatzangebot“, sagt Christina Neustadt. Tatsächlich konnte die Bücherhalle ihre Ausleihzahlen – entgegen dem allgemeinen Trend – steigern: Ein sattes Plus von sechs Prozent mehr Besuchern lieh fünf Prozent mehr Medien als im Vorjahr aus.

Das Festprogramm
Donnerstag, 24. Mai:
9.30 bis 13 Uhr: Bilderbuchkino für die Kleinsten (ab vier Jahre, mit Anmeldung unter S 742 68 91)
15 bis 18 Uhr: Kinder werden mit „Guitarhero“ zu Rockstars, werfen mit der VR-Brille einen Blick in virtuelle Welten, machen mit Bananen und Knete Musik am Computer oder lassen sich schminken
Freitag. 25. Mai:
18 Uhr: „Leev liggt in de Luft“, Schauspierin Sandra Keck unternimmt eine Reise durch die plattdeutsche Weltliteratur, Eintritt: drei Euro
Sonnabend, 26. Mai:
15 Uhr + 17 Uhr: Rolf Zuckowski und die Lütt Finkwarder Speeldeel überbringen musikalische Grüße. Eintritt: drei Euro

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