Facebook-Opfer: Petra Thedens aus Bahrenfeld zeigt einen Screen-shot aus Facebook – der echte Eintrag wurde inzwischen gelöscht.

Manchmal genügen schon Kleinigkeiten, um sich in den Augen seiner Mitmenschen verdächtig zu machen: Im Fall von Petra Thedens war es ihr Auto, ein kürzlich erworbener, schwarzer VW-Bus. Die Bahrenfelderin wurde als vermeintliche „Mitschnackerin“ verunglimpft, ein Foto ihres Fahrzeugs landete auf dem sozialen Netzwerk Facebook. Sogar mit Kennzeichen. „Sowas geht gar nicht! Man sollte als vernünftiger Mensch doch wissen, was man damit anrichtet“, sagt Thedens, die inzwischen einigermaßen gefasst über das Ereignis berichten kann. Zu Beginn sei das ganz anders gewesen. „Ich war komplett aufgelöst“, erzählt sie.
Was war passiert? An einem ganz normalen Wochentag Ende März stellt Petra Thedens ihren Wagen auf dem Parkplatz der Klaus-Groth-Schule in Tornesch ab. Von Beruf Busfahrerin bietet sie an der Schule regelmäßig ein Gewaltpräventions-training für Schüler der sechsten bis achten Klassen an. Einige Stunden später wird sie zum Hausmeister zitiert. Der zeigt ihr ein Foto ihres Autos auf seinem Computer – betitelt mit dem reißerischen Spruch „Achtung Kinderfänger“. Der Facebook-Eintrag ist zu dem Zeitpunkt bereits mehrfach geteilt worden. Kurz danach berichten mehrere Zeitungen im Kreis Pinneberg über den Fall, allerdings ohne Namen oder Kennzeichen zu erwähnen.
Über die Hintergründe kann man nur spekulieren: Ein ähnliches Fahrzeug soll kurz zuvor in Tornesch gesichtet worden sein. Gerüchteweise wurden Kinder angesprochen – obwohl die Polizei betont, es gebe keinen einzigen konkreten Vorfall. Und noch etwas: An den Vordersitzen ihres Autos hat Petra Thedens zwei Grusel-masken angebracht – wie man sie aus dem Film „Scream“ kennt. „Ist doch nicht verboten“, sagt sie. Trotzdem dürfte der makabre Scherz einige besorgte Mütter der Schule auf den Plan gerufen haben.

Der Facebook-Eintrag wurde inzwischen gelöscht

Eine davon hat Thedens identifiziert – diejenige habe sich inzwischen bei ihr entschuldigt. Zur Polizei ist sie trotzdem gegangen. Denn: „Wer das Kennzeichen eingestellt hat, weiß ich immer noch nicht.“ Der Facebook-Eintrag wurde laut Polizei gelöscht. „Gerade in den sozialen Netzwerken sollte man bei solchen Themen vorsichtig sein“, sagt Arndt Habermann, Sprecher der Polizei von Bad Segeberg. „Das kann schnell dazu führen, das jemand zu Unrecht verurteilt wird.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here