Chorleiter, Musiker, Komponist: Rainer Schmitz, neuer „Inselkantor" für Wilhelmsburg, ist vielseitig interessiert. Foto: pr

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Das war die Frage, die Rainer Schmitz sich stellte, als er – für ihn völlig überraschend – ein Stellenangebot aus Wilhelmsburg erhielt. Über 25 Jahre lang hatte der Kirchenmusiker den Chor der St. Trinitatis-Gemeinde in Harburg geleitet und war in dieser Funktion zum Regionalkantor des Stadtteils aufgestiegen. Bis zu vier Chöre und Instrumentalkreise gleichzeitig standen unter seiner Leitung.
Nun also noch einmal ein Wechsel – der Sprung über die Süderelbe, wenn man so will: Anfang Mai hat Schmitz seinen neuen Job als „Inselkantor“ in der Reiherstieg-Kirchengemeinde angetreten. „Es hat mich gereizt, noch einmal etwas völlig Neues aufbauen zu können“, sagt er.
In der Reiherstieg-Gemeinde ist der 52-Jährige mit seinem Pioniergeist sozusagen genau an der richtigen Stelle: Derzeit wird dort das neue Gemeindehaus fertiggestellt (das Wochenblatt berichtete) – bis dahin liegt die Kirchenmusik mehr oder weniger brach. „Ich kann also bei Null anfangen“, erklärt Schmitz.
Zu den chormusikalischen Höhepunkten seiner bisherigen Laufbahn zählt der gebürtige Frankfurter die Aufführung der Johannespassion von Johann Sebastian Bach, das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn und „Saint Nicolas“ von Benjamin Britten. Nun gehe es erst einmal ums gegenseitige Kennenlernen mit dem neuen Chor: „Wir müssen sehen, wie es läuft“, sagt er. „Spannend finde ich vor allem die Frage, wie man Kirchenmusik im 21. Jahrhundert neu aufstellt.“
Als Inselkantor, der künftig für die Kirchenmusik in ganz Wilhelmsburg zuständig sein wird, übernimmt Schmitz außerdem die Leitung der Kirchdorfer Kantorei und tritt damit die Nachfolge von Monika Lütgert an. Zusammen mit der langjährigen Chorleiterin findet am 24. November in der Kreuzkirche ein Abschiedskonzert statt. Zu Gehör kommt dabei auch der von Schmitz komponierte „Wiener Totentanz“. Das Werk stellt eine musikalische Ergänzung zu Mozarts „Requiem“ dar. Es besteht aus einer Abfolge von elf Tänzen, die stilistisch die Jahrhunderte seit der Renaissance durchschreiten.

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