Hamburgs neuer Oberbaudirektor Franz-Josef Höing in der Fabrik. Foto: ms

Mateo Schneider, Altona
Schon mit seinem Einstieg sorgte Markus Birzer für Heiterkeit. „Die Verlegung des Fernbahnhofs zum Diebsteich an sich soll nicht mehr diskutiert werden“, sagte der von der Stadt Hamburg als Moderator bestellte Diplom-Politologe. Von den Besuchern gab es höhnisches Gelächter zu Beginn der Informationsveranstaltung zu den sogenannten „vorbereitenden Untersuchungen“ zum Bau des neuen Fernbahnhofs. Genau aus diesem Grund – der aus ihrer Sicht unsinnigen Verlegung – waren nämlich die meisten der knapp 300 Menschen in die „Fabrik“ nach Ottensen gekommen.
In dieselbe Kerbe schlug auch Franz-Josef Höing. „Dies ist schon eine etwas komische Frontveranstaltung“, sagte der seit dem 1. November 2017 amtierende neue hamburgische Oberbaudirektor. „Wir wollen Sie befragen, was sollen wir bearbeiten.“ Wenn aber das Thema, das die meis-ten Anwesenden bewegte, von vornherein ausgeschlossen war, ein fast unmögliches Unterfangen.
So musste sich Höing von Michael Jung, dem Sprecher von Prellbock-Altona, einer der die Verlegung ablehnenden Bürgerinitiativen, auch den Vorwurf gefallen lassen: „Kritik wird zur Kenntnis genommen, spielt aber keine Rolle.“
Zur Rolle der Stadt und ihren Möglichkeiten stellte Höing fest: „Der Einfluss der Stadt auf die Bahn AG ist überschaubar.“ Ein Argument, dem Jung nicht folgen wollte. Die Stadt habe sich darum überhaupt nicht bemüht, sagte er.
Auch bei der Beurteilung, was denn unter der angestrebten „geordneten städtebaulichen Entwicklung“ zu verstehen sei, die „aktiv gesteuert“ werden solle, gingen die Meinungen weit auseinander. Kritik entzündete sich besonders an den beiden prägenden Hochhäusern, einem Hotel- und einem Büroturm. Wie hatte doch Höing wenige Tage nach seiner Amtseinführung dem „Hamburger Abendblatt“ in einem Interview anvertraut: „Moderne Architektur kann betören.“ Am Freitag, 18. Mai, werden die Ergebnisse des Architektur-Wettbewerbs zu den beiden Hochhäusern veröffentlicht. Dann können sich die Altonaer selbst ein Bild machen.

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