Große Baumaschinen bohren insgesamt 900 Löcher. Foto: cvs

Es rumpelt, es scheppert, es kracht: Schon morgens um 7 Uhr beginnen die Großbohrer auf dem Beiersdorf-Gelände zwischen Quickborn- und Troplowitzstraße mit ihrer Arbeit. Fuhre um Fuhre holen sie Erdreich und Gestein aus dem Boden, auf dem in etwa drei Jahren die neue Konzernzentrale des Kosmetikunternehmens stehen soll.
Vielen Anwohnern ist es zu laut: „Insbesondere das Rütteln zehrt an den Nerven“, sagt ein Betroffener aus der Quickbornstraße, der nicht namentlich genannt werden möchte. Gemeint ist die Bewegung, die die Maschine („Drehbohrgerät“) macht, um den eingesammelten Erdaushub wieder loszuwerden. Etwa 30 bis 40 Mietparteien wohnen in einer Entfernung von lediglich rund 40 Metern zur Baustelle. Der Vorwurf: Die Ruhepausen seien zu kurz, freitags dürfe im Übrigen gar nicht gebohrt werden. Daran halte sich Beiersdorf jedoch nicht.
Schallschutzmaßnahmen und kein „Rammen“
Nach Auskunft des Unternehmens wird bereits versucht, die Lärmbelastung in Grenzen zu halten: „Um die aktuellen Bohrgeräusche zu minimieren, haben wir mehrere Maßnahmen ergriffen“, sagt Projektmanager Jens Koth. Unter anderem seien Container als Schutzwand aufgestellt worden. Zudem habe man die Bohrgeräte mit der Schallquelle von den Häusern weg platziert. Komplett vermeiden ließe sich der Lärm dadurch jedoch nicht. Nach Auskunft von Beiersdorf entstehen insgesamt 900 Löcher, die mit flüssigem Beton verfüllt werden. Die bis zu 18 Meter langen Gründungspfähle dienen zur Verankerung des künftigen Beiersdorf-Hauptquartiers. Anfang Juni sollen die Bohrarbeiten abgeschlossen sein.
Die Stadtentwicklungsbehörde (BSW) stützt die Anwohnerbeschwerde. Man habe bereits Messungen durchgeführt. Ergebnis: „Der auftretende Baulärm war zu laut“, bestätigt BSW-Sprecherin Constanze von Szombathely. Daraufhin sei der oben erwähnte Schallschutz eingerichtet worden. Des Weiteren habe man vereinbart, nur an vier Tagen pro Woche zu bohren – nach Möglichkeit nicht freitags. „Die Feiertage im Monat Mai führten zu einer Verschiebung der Arbeitstage“, so die Sprecherin.
Szombathely weist darauf hin, dass in diesem Fall bereits ein deutlich lärmreduzierteres Verfahren als etwa das „Rammen“ gewählt worden sei. „Anwohner von Gewerbegebieten müssen höhere Lärmimmissionen bis zu einem gewissen Maß dulden.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here