Bald wieder geöffnet: Der Kiosk der „Café Tanten“ an der Sternschanze. Foto: ms

Mateo Schneider, Sternschanze
Im Dunst der Rauchfahnen der Diskussion um die Nachwirkungen des G-20-Gipfels auf das Schanzenviertel köchelt seit Monaten ein weiterer Brandherd vor sich hin. Die Situation auf dem Vorplatz des S-Bahnhofs Sternschanze. Nicht so gewaltig, aber doch sehr zum Verdruss der Anlieger.
„Es sind teilweise unzumutbare Zustände“, sagt ein Bewohner, der aus seiner Wohnung in der Schanzenstraße direkt auf den Platz blicken kann. Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen. „Der Platz ist besonders bei schönem Wetter ohnehin stark frequentiert. Hier trifft man sich und hier verweilt man.“ Das sei an sich aber noch kein schwerwiegendes Problem.

Trinkerszene, Dealer,
Autoposer und Touristen

Schwieriger wird es mit der teilweise sehr aggressiven Trinkerszene, manchmal begleitet von großen, auch nicht immer friedlichen Hunden. Das neu aufgestellte schicke Hightech-Klo neben dem S-Bahn-Eingang hat nur bedingt Abhilfe geschaffen. Immer noch gibt es Ecken voller Urin, Kot und Erbrochenem. Für Ärger sorgen nach wie vor Drogendealer, die hier auf ihre Kunden warten.
Die ihm zugedachte Funktion als ein „öffentlicher Raum mit einer hohen Aufenthaltsqualität“ kann der vor einigen Jahren aufwendig umgestaltete Platz nur noch bedingt erfüllen.

„Besonders schlimm ist es in der kalten Jahreszeit“, sagt Uwe Wetzner, der Erste Vorsitzende des SC Sternschanze, dessen Sportplatz an den Bahnhofsvorplatz grenzt. Von Anfang Januar bis Ende April hat der Kiosk auf dem Bahnhofsvorplatz nicht geöffnet. Dann breite sich sehr schnell ein Eindruck von Verwahrlosung aus.
Der geöffnete Kiosk mit seinen Sitzmöglichkeiten entfaltet jedoch schnell eine positive Wirkung auf den Platz und ist besonders bei den Nachbarn aus den umliegenden Straßen sehr beliebt. Deshalb hat sich der Stadtteilbeirat auch für den Verbleib der „Cafetanten“, die den Kiosk betreiben, ausgesprochen. Seine Empfehlung ist vom Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und regionale Stadtentwicklung einstimmig übernommen und zur Beschlussfassung an die Bezirksversammlung weitergeleitet worden. Die Probleme sind damit aber noch lange nicht gelöst.

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