Frauen aus aller Welt erhalten bei LuTZi Hilfe und Unterstützung bei der Suche nach Arbeit. Foto: Anja Helmig Fotodesign

Ludmilla kommt aus der Ukraine, Baya aus Marokko und Shijan aus Syrien (alle Namen geändert). Sie alle wollen nicht mehr länger nur zuhause sitzen und ihre Familien versorgen. Sie wollen „echte“ Arbeit finden, für die sie auch bezahlt werden. Für alle diese Frauen ist das Lern- und Trainingszentrum für Frauen aus aller Welt, kurz LuTZi, ein Segen. Hier, im Stadtteilhaus im Stubbenhof 2, bekommen sie Hilfe und Unterstützung bei der Suche nach einem Job oder einem Ausbildungsplatz.
Das LuTZi-Team, drei feste Mitarbeiterinnen und fünf Dozenten, kümmert sich um Frauen, die ausländische Wurzeln haben, in Neuwiedenthal oder Umgebung wohnen, älter als 27 Jahre sind und halbwegs Deutsch sprechen. Bei Bedarf wird erst einmal ein Deutschkurs vermittelt.
„Wir wollen die Frauen fit für den Arbeitsmarkt machen“, erklärt Projektleiterin Dominika Colmorgen. Bis zu neun Monate lang können sich die Frauen bei LuTZi schulen lassen. Auf dem Stundenplan stehen neben EDV und Mathe auch Themen wie Kommunikationsregeln, Bewerbungsmappen erstellen, Telefontraining oder Körpersprache.
„Wir haben Akademikerinnen, aber auch Frauen, die in ihrem Heimatland nur drei Jahre zur Schule gegangen sind und noch nie einer bezahlten Arbeit nachgegangen sind, weil sie mit Kindern und Haushalt beschäftigt waren“, so Dominika Colmorgen weiter. Mit zum Programm gehört ein Coaching, in dem die Frauen herausfinden, welche Art von Arbeit für sie passt. Das kann eine Ausbildung in der Altenpflege ebenso sein wie ein Job in einer Küche oder im Büro.
Finanziert wird das Projekt für drei Jahre vom Bezirksamt und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) für Deutschland. Los ging es im September 2015. Ende 2018 ist erst mal Schluss.
Allerdings gibt es schon Überlegungen des Trägers InVia, sich neu zu bewerben und ein Anschlussprojekt zu starten. 150.024,56 Euro stehen pro Jahr zur Verfügung.
LuTZi
Stubbenhof 2
21147 Hamburg
Tel. 79 61 26 65
lutzi@invia-hamburg.de

Hintergrund
Das Projekt LuTZi wird von InVia, einem katholischen Verband für Mädchen- und Frauenarbeit, durchgeführt.
Bis heute haben 80 Frauen an dem kostenlosen Projekt teilgenommen. 30 Prozent haben einen Job gefunden, 20 Prozent sind in einer Weiterbildung oder an einem Ausbildungsplatz untergebracht.
Die andere Hälfte hat entweder abgebrochen oder sich aus familiären Gründen gegen einen Job entschieden.
„Das ist eine ganz ordentliche Bilanz, mit der wir die Vorgaben des ESF klar erfüllen“, freut sich Dominika Colmorgen.
„Das Zusammenleben so vieler verschiedener Kulturen kann nur funktionieren, wenn wir die Migranten integrieren“, sagt die gebürtige Polin. „Sonst fliegt uns das System irgendwann um die Ohren.“

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