Viele freie Flächen und wenig Besucher: Der Markt auf dem Sand schwächelt zum Wochenanfang. Foto: kreller

Niels Kreller, Harburg
Der Harburger Wochenmarkt ist eine Institution. Vor über 400 Jahren ins Leben gerufen, findet er an sechs Tagen die Woche auf dem Sand statt. Aber ist dieses Konzept noch zeitgemäß?
Die Frage drängt sich auf, denn am Wochenanfang kann man die Aznzahl der Stände fast an einer Hand abzählen. Es gibt keinen Schlachter, keinen Käsestand, keinen Fisch und nur einen Bäcker. Warum ist so wenig los?
Marktbeschicker beklagen die schlechte Parkplatzsituation. Auch die Toilettenfrage sei schlecht gelöst. Außerdem seien die geänderten Öffnungszeiten der umliegenden Geschäfte mit verantwortlich. „Seit die Geschäfte länger geöffnet haben, gehen viele auch immer später Einkaufen“, heißt es aus Kreisen der Marktbeschicker, die ungenannt bleiben wollen. Als weitere Ursache wird die deutlich gestiegene Standmiete genannt.
Dabei sind die Harburger nach wie vor stolz auf ihren Markt. „Die Stände hier sind spitze“, freut sich Norbert Steffens. Er hält die tägliche Öffnung für das Hauptproblem. „Wenn man sich den Isemarkt anschaut, dann sind da wesentlich mehr Stände – aber der ist nur zweimal in der Woche.“
Ingo Sternitzke aus Eißendorf findet den Wochenmarkt gut und wichtig. „Viele dieser Sachen hier bekommt man auch gar nicht im Supermarkt. Und wir brauchen diese Möglichkeit des sozialen Zusammenlebens.“
Hier könne man nicht nur einkaufen, sondern auch mal ein Schwätzchen halten. „Der Markt sollte aber optisch ansprechender und gemütlicher werden.“ Eine Möglichkeit zum längeren Verweilen wäre auch gut, so Sternitzke – zum Beispiel ein paar Tische und Stühle, wo man sich nach dem Einkauf hinsetzen und etwas trinken oder essen kann.
Citymanagerin Melanie-Gitte Lansmann hat die Problematik im Auge. „Den Markt als sozialen Treffpunkt halte ich für sehr wichtig“, so Lansmann. Man müsse aber auch sehen, dass einige der Marktbeschicker noch auf anderen Märkten unterwegs seien und nicht jeden Tag auf dem Sand sein könnten. „Dazu kommt, dass sich der Einkauf immer mehr auf das Wochenende verschiebt. Wir vom Citymanagement sind mit dem Bezirks-amt und den Marktbeschickern im Gespräch darüber, wie die schwächeren Tage wieder mehr belebt werden können“, so Lansmann. Hoffnungen setzen viele auch auf die Umgestaltung des Sandes, die im nächsten Jahr stattfinden soll.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here