Immer einen Besuch wert: Die „Rickmer Rickmers“ . Ihre Liegeadresse: Bei den St. Pauli-Landungs- brücken 1a. Foto: kroll

Oliver Kroll, Hamburg West
Wer die körperliche Nähe zu Touristen und Sehleuten nicht scheut, dem sei
ein Besuch auf „Rickmer
Rickmers“ empfohlen. Denn so viele Tampen, Stage, stehendes und laufendes Gut wie hier gibt es nur beim Hafengeburtstag zu sehen.
Die Kletterstrecken führen dabei vom Großmast über die Wanten bis zur zweiten Saling. Der Blick über die Stadt ist von hier aus überwältigend.
Unter der Wasserlinie ist heute Kunst
Wen es weniger in die Höhe als in die Tiefe zieht, ist im Inneren der „Rickmer Rickmers“ richtig. Gäste finden im Vorschiff, direkt über der Bilge einen ganz besonderen Raum. Dort, weit unter der Wasserlinie wird der Kunst Raum geboten.
Tampen, Stage, Bilge, Saling? Selbst einigen Hamburgern sagen solche Begriffe heute nichts mehr. Zur aktiven Zeit der
„Rickmer Rickmers“ war das ganz anders. Der Hafen war damals angefüllt mit Seglern, Schuten und Schleppern.
Also kleiner Tipp: Vor dem Besuch des Schiffes, ein paar Grundbegriffe aneignen. Denn wer versehentlich ins laufende, statt ins stehende Gut greift, liegt schnell auf der Nase und macht Bekanntschaft mit dem Deck.
Das Museumsschiff bietet eine ganze Reihe von Attraktionen. Wer Glück hat, der wird einmal zur Verleihung der „Ehrenkapitänswürde“ eingeladen. Seit über 20 Jahren verleiht die Stiftung der „Rickmer Rickmers“ sie an namhafte Persönlichkeiten.
Unter den Ehrenkapitänen bekannte Namen wie Professor Peter Tamm (1996), Arved Fuchs (2000) und Uwe Seeler (2008). Besonders der See verbunden war der Kap Hornier Heiner Sumfleth. 1997 wurde er zum Ehrenkapitän ernannt.
2015 gab es mit den beiden Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU) eine Premiere. Die beiden Politiker hatten sich im Haushaltsausschuss dafür eingesetzt, dass Fördermittel des Bundes aus dem Denkmalschutztopf zur Sanierung des Museumsschiffes bereit gestellt wurden. Mit den beiden Ehrenkapitänen wurden erstmals zwei Persönlichkeiten aus der Politik bedacht.
Nun gibt es auch Menschen, die weder in den Mast klettern, noch das Dunkel des Schiffsbauches erkunden wollen.
Sie findet man im Restaurant bei Fisch und Bier. Und das
zu erfreulich moderaten Preisen. Fisch- oder Kartoffelsuppe, Fischteller oder „Scholle Finkenwerder Art“ sind genau die Gerichte, die der Tourist erwartet. Und die auch Hamburger lieben.
Dabei werden auch empfindliche Hanseaten die körperliche Nähe zu Touristen und Sehleuten vergessen.

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